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Jüdische Turnzeitung · 1909-06-01 · 6/7 (6.1909) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
10 (1909)
Issue
6/7 (6.1909)
Date
1909-06-01
Page
[Seite] (sequence 41)
Language
German
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No. 6 7 115 tiolleur A. Hatem, Zeugwart B. Wasserhardt, Beisitzer Dr. I s. Auerbach, Kornfeld, Dr. L. Schoenmann. Seine Eminenz der Qroßrabbiner der Türkei, Herr Haim Nahoum, hat den Wunsch geäußert, unserem Vereine als Mitglied beizutreten; auf einstimmigen Beschluß der Generalversammlung wurde er zum Ehrenmitgliede c!es Vereines ernannt. Ausflug nach „D j e n d e r e" am 30. Mai 1909. Nachdem sich die aktiven Turner der Herren-Abteilung, sowie einige Turner der Jugend- und Mädchenriege frühzeitig in dem, an den Turnsaal schließenden Hof, versammelt hatten, erfolgte um V27 Uhr das Kommando zum Abmarsch, welcher in geschlossenen ReiheiT bis an den Vorort Chichli vor sich ging. Daselbst schloß sich eine kleine Schaar Makkabäer der in Haskeny von unserem Turnverein neu ins Leben Berufenen Filiale an. Wieder erschallte das Kommando, welches bei uns 'n musterhafter Weise eingeführt ist, und wir kamen froh gestimmt nach -/2Stündigetn Marsche in Masak, eine Stunde von unserem eigentlichen Ausflugsort entfernt, an. Hier hielten wir uns vor dem kaiserlichen Kiosk »Ajaz" eine kleine Weile auf, um von einigen jungtürkischen Offizieren in einer sehr entgegenkommenden Weise in genannten Kiosk eingeführt zu werden. Auf unsere Mitteilung hin, daß wir die Mitglieder des ersten und ältesten in Konstantinopel sich befindenden jüdischen Turnvereins seien, wünschten uns dieselben auch fernerhin ein recht gutes Gedeihen, und sprachen sich, speziell über den von uns in aller Schnelligkeit ausgeführten Aufmarsch, sowie einige Pyramiden, sehr lobend aus. Mit doppelter Freude verließen wir nun dies gastfreundliche Haus; "'cht zu übersehen ist, daß uns sogar die Herren Offiziere einen Gendarmen zwecks Begleitung angeboten haben, was wir jedoch dankend ablehnten. Urn U Uhr trafen wir in Djendere ein, schmausten etwas von unserem mit- Kfcbrachten Proviant, und unter Aufführung einiger sehr schön ausgeführten Freiübungen, welche unser Hauptturnwart, Herr Albert Ziffer, zu leiten verstand, verbrachten wir einige prachtvolle Stunden. Wir konnten uns aber, trotz der wunderschön gelegenen Gegend, nicht •Jjehr länger in Djendere aufhalten, da wir um VSs3 Uhr programmgemäß zum barsch "ach Kiathane" (vom ersteren Ort eine Stunde entfernt) aufbrechen "luflten. Während dieser Zeit setzte leider ein heftiger Sturm ein und litten wir einigermaßen unter den dichten Staubwolken. In Kiathane angelangt, sind wir jedoch durch das schöne Wetter wieder in die Lage versetzt, einige v e'tere Turnspiele zu veranstalten, welche eine Menge Zuschauer heranzogen. Um V26 Uhr haben wir endlich den Rückmarsch angetreten und kamen v«r dem Schießplatze der hiesigen Kriegsschule an. Bei unserem Anblick strömte eine Anzahl junger Offiziere mit ihren Schülern heraus. Wir nahmen °'e Frontstellung ein und gaben denselben einige Aufklärungen über die von ,s Verfolgten Ziele. Daraufhin ergriff ein Schüler in französischer Sprache J**? Wort und erklärte unter anderem, daß wir alle zusammenarbeiten '«ssen, ferner ein und dasselbe Ziel verfolgen und gratulierte uns zu unseier Hammen Haltung. Nachdem uns noch eine kleine Strecke weiter der Kronprinz des Steigen Sultans begegnete und auf unsere Hochrufe mit einem freundlichen andgruße erwiderte, durchzogen wir das jüdische Viertel Haskeny, und *amen um 8 Uhr abends in die Stadt hinein. Mit einem kräftigen Schalom ^erließen allmählich die Turner und Turnerinnen den Versammlungshof und "Ken somit ein schönes Andenken davon.

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