Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 10 (1909)
- Issue
- 6/7 (6.1909)
- Date
- 1909-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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80 No. 6," sind rückständig. Von vielen Vereinen ist der Beitrag sogar für einige Zeit vorausbezahlt worden. (Hört, hört!) Ich bitte, ciem Ausschuß Dechargc zu erteilen." Dr. Werner beantragt, alle Berichte des Ausschusses gemeinsam anzuhören, ehe in eine Diskussion darüber getreten wird, und alsdann erst Decharge erfolgen zu lassen. Auf eine bezügl. Anfrage des Vorsitzenden erklärt sich die Versammlung damit einverstanden. Bericht des Vorsitzenden des Ausschusses der Jüdischen Turnerschaft Dr. Arndt: Was die abgelaufenen zwei Jahre der Jüdischen Turnerschaft anlangt, so kann ich im ganzen Erfreuliches berichten. Der Bestand an Mitgliedern und Vereinen hat sich wesentlich gehoben. Die Turnerschaft hat in den letzten zwei Jahren um genau 20 Prozent an Vereins- und Mitgliederzahl zugenommen, eine Ziffer, die von uns kaum erwartet worden ist und immerhin Beachtung verdient. Die Turnbewegung, wie wir sie vertreten, hat sich nicht nur in den Ländern, in denen sie von Anfang an gepflegt wurde, in Deutschland und Österreich, ausgebreitet, sondern gerade im östlichen Europa hat sie zweifelsohne an Boden gewonnen. Vor allen Dingen ist die außerordentlich tüchtige Arbeit, die unser Bruderverein in Konstantionpel geleistet hat, hervorzuheben. Dieser Verein, der älteste Verein, hat in praktischer Hinsicht zweifellos eine der allergrößten Aufgaben zu erfüllen, er befindet sich in einer isolierten Lage, und wenn wir im Laufe der weiteren Verhandlunge» hören werden, daß die Turnerschaft auch das Ihrige dazu beitragen kann, den Verein zu stützen, so möchte ich schon jetzt im einleitenden Bericht darauf hinweisen, daß gerade Konstantinopel diese Unterstützung in ner' vorragendem Maße verdient. Vor allen Dingen muß gesagt werden, daß die jüdische Turnbeweifuntt heute kräftiger dasteht als vor zwei Jahren. Dieses ist keine Phrase- Jeder, der im Vereinsleben steht, weiß ja, daß es bei unseren Turnvereinen im wesentlichen darauf ankommt: Wer steht an der Spitze, wer arbeitet Uberhaupt? Qewöhnlich handelt es sich in unseren Turnvereinen doch um drei, vier Leute; das sind diejenigen, auf deren Köpfen alles ruht, und mit deren Armen alles gemacht wird: und wenn von diesen der Eine oder der Andere ging, dann trat bisher stets eine Krise ein. Zum Glück ist das dem Maße, wie bisher, gerade in den letzten zwei Jahren nicht mehr der Fall gewesen. Die Frage des Nachwuchses ist ia die allerwichtigste und zum Beispiel hier in Berlin durchaus nicht in dem sehenswerten Umfange gelöst worden. Aber daß ein Verein, wie es " doch so oft vorgekommen ist, sich auflöst, weil der Turnlehrer oder L aus diesem oder jenem Orunde den Verein verläßt, von einem solchen kommnis können wir zum Glück aus den letzten zwei Jahren nicht lichten. Wie die Turnerschaft sich nach dieser Hinsicht, also innerlich, solidiert hat, so wäre zu erwarten gewesen, daß auch das Innenleben Vereine untereinander, wie es der Verband und sein Organ, die „Turnzeiti"1^