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Jüdische Turnzeitung · 1909-03-01 · 3/4 (3.1909) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
10 (1909)
Issue
3/4 (3.1909)
Date
1909-03-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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42 No. 3--4 Gründen in deutsche Turnvereine übergetreten sind? Ist es nicht denkbar, dass national nicht erzogene Turner mit derselben Gleichgültigkeit auch ihren Glauben wechseln und unserem Volkstum verloren gehen? Würde eine nationale Erziehung unserer Vereinsmitglieder nicht manchen derartigen Vorkommnissen vorbeugen? Unter nationaler Erziehung ist keinesfalls zu verstehen, dass unsere Ideen den Turnern schulgemäss beigebracht werden, wie das ABC einem Volksschulbaby, vielmehr haben Obmann, Turnwart und Vorturner bei allen im täglichen Leben der Vereine sich ergebenden Gelegenheiten den nationalen Standpunkt zu betonen, ohne sich hierbei einer Übertreibung schuldig zu machen. Mit der Zeit muss es sämtlichen Turnern klar werden — und dies ist als Kern der nationalen Erziehung zu betrachten — dass unsere Turnbewegung nichts anderes als die physische Erstarkung des jüdischen Volkes bezweckt, um es im Kampfe ums Dasein und um seine Zukunft ausdauernder und widerstandsfähiger zu machen. Vom Verein aus dürften alle vier bis sechs Wochen in der Wintersaison zu veranstaltende Vorträge, nationalen Inhaltes, ihren Zweck nicht verfehlen. Auch die Pflege des Liedes auf unseren Turnböden würde sicherlich erzieherischen Wert haben. Wohl ist es möglich, dass bei einer Änderung des bisherigen Systems einige assimilatorische Turner, mehr aus Voreingenommenheit, als aus innerer Überzeugung, unseren Vereinen den Rücken kehren. Der Schaden aber wäre wettgemacht durch die Zurückbleibenden, durch zielbewusste, national-geschulte, also vollwertige Turner, die mit Ausdauer an ihrem Ideale festhalten, denen nichts erstrebenswerter ist, als die Ausgestaltung und Erweiterung der jüdischen Turnvereine. Den assimilatorischen und indifferenten .luden wäre der Eintritt ebensowenig erschwert oder gar verwehrt, wie bisher. Ihr Eintritt und ihr Verbleiben im Verein ist jedem von uns höchst willkommen, viele von ihnen werden bei vernünftiger, konsequenter, aber nicht aufdringlicher Erziehung sich der Majorität anpassen; einige werden weiter unverändert bleiben. 10 Jahre Finanz Wirtschaft des Bar-Kochba. Das zehnjährige Bestehen, das der Bar-Kochba vor kurzern hätte feiern können, aber aus guten Gründen erst zusammen vait dem zu Pfingsten in Berlin stattfindenden Jüdischen Turntag feiern will, und aus dessen Anlass eine leider noch nicht sehr ergebnisreiche Sammlung zu einem „Stiftungsfonds" eingeleitet worden ist*)» gab dem Hauptkassenführer des Vereins, Herrn Arthur Hirscbi Anlass zu einem sehr verdienstvollen Werk. Auf der Hauptversammlung der Bar-Kochba gab Herr Hirsch, der nach jahre- *) Beiträge nimmt Dr. Max Zirker, Berlin, Alexanderstrasse 38 oentgegen.

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