Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 10 (1909)
- Issue
- 3/4 (3.1909)
- Date
- 1909-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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40 No. 3-4 haft alles das, was Haupt- und Selbstzweck des Klubmann ist, das Fechten, Ringen, Werfen, Laufen, Springen; wir haben unsere zahlreichen Spielsonntage, die ganz der Leichtathletik gehören, unsere Turnfahrten, Schwimmkurse und Eistouren, jeder nützlichen Neuerung stehen wir stark empfänglich gegeniibsr. Dass sie harmonisch in das Vereinsgefüge passe und nicht in schädigende Sonderbestrebungen ausarte, ist eine grosse Sorge, die schon oft das nationale Turnvereinsmoment berührt hat. Für die Beurteilung menschlicher Schönheit ist das Prinzip der ästhetischen Mitte von grosser Bedeutung. Sie in der eingangs zitierten Weise zu differenzieren, ist gewagt. W i r wollen be i d e n Forderungen nachkommen, dann erhalten wir die „ungezwungene Straffheit", die das schöne Bild voller Harmonie hervorbringt und weder durch Spielerei noch durch rohe Athletik allein erzeugt wird. Eine sichere Grundtätigkeit für die schöne Ausbildung des Körpers sind alle Übungen, welche die körperliche Kraft und Gewandtheit des Jünglings vermehren. „Nur aus vollendeter Kraft blicket die Anmut hervor." Eine physiologische straffe Gespanntheit ist nicht einmal im Heere beliebt. Der anspruchsvolle Vergleich des Dr. Wenderoth erscheint daher nicht haltbar. Das deutsche Turnen wird, ungehindert durch die Traditionen eines Jahrhunderts, den Forderungen des Tages gerecht; ähnlich wie bei der militärischen Ausbildung bedingen bei ihm die Fortschritte in der Allgemeinbildung eine ähnliche Entwicklung in jener Richtung, in welcher ein kleiner, der grossen Volkssache vorauseilender Kreis einen verdienten Vorsprung haben mag. Und es ist nur natürlich, dass die kleineren Verbände, die durch Tradition und die natürliche Trägheit einer Massenbewegung am wenigsten gebunden sind, auch hier als Wegbahner vorangehen, ohne jedoch in unfruchtbarem Radikalismus mit frevler Hand am alten, historisch gewordenen Bau zu rütteln. Dass die „Jüdische T u r n e r s c h a f t" den modernen Sportrichtungen sympathisch gegenübersteht, ist im Juniheft des letzten Jahrgangs von massgebender Seite betont worden. Unser oberster Grundsatz sei: Förderung aller Bestrebungen, die darauf zielen, den jüdischen Körper zu kräftigen. Wir wollen in unseren Vereinen freudig die volkstümlichen Übungen dem Gerätturnen ebenbürtig machen. Der IV. Turntag gibt uns Gelegenheit ein nationales Meeting abzuhalten, ein besonderer Vormittag ist dafür im Programm vorgesehen. Messen wir uns inl edlen Wettstreit, ob als Turner od er Sportsmann, zur Ehre unseres Volkes! Nationalismus in der jüdischen Turnbewegung. Von M. L., Wien. Es gibt Parteigänger der jüdischen Turnbewegung, die das Turnen der Juden allein als Zweck der jüdischen Turnvereine bezeichnen, die zwai der nationalen Bewegung auf allen Gebieten Unterstützung angedeihen lassen, aber die Betonung des Nationalismus im täglichen Leben der Turnvereine