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Jüdische Turnzeitung · 1909-03-01 · 3/4 (3.1909) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
10 (1909)
Issue
3/4 (3.1909)
Date
1909-03-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Mo. 3-4 33 auch die grosse Mehrzahl dieser Vereine die Gelegenheit nicht verabsäumen wird, durch die Teilnahme an dem Turntag ihr Interesse für unsere grosse Idee zu bekunden und daran mitzuarbeiten, dass der Bestand und die Fortentwicklung der Turnerschaft und der jüdischen Turnsache für die Zukunft gewährleistet werde! Verbandsfonds Jüdischer Turverein Strassburg........25,— M. Gertrud Levy aus Sammlung auf der Generalversammlung des Bar Kochba............ 12,45 „ Berichtigung: Die in voriger Nummer ausgewiesene Spende von Herrn Heinrich Meyer-Köln beträgt nicht nur 2,— M. sondern 2,50 M. Muskeljuden und Nervenjuden. Vom Sanitätsrat Dr. M. .1 a s t r o w i t z - Berlin. Von Nordau ist das Wort geprägt worden: Die Juden sollten Muskel- "lenschen statt Nervenmenschen werden. Damit ist in zutreffender Weise im al|Kemeinen die Richtung angegeben, nach der die körperliche Erziehung u"serer Glaubens- und Rassegemeinschaft sich zu bewegen hat. — In streng w'ssenschaftlichem Sinne jedoch ist eine solche Forderung nicht voll und ganz Zü rechtfertigen. Man kann nämlich Muskeln nicht kräftigen, Muskelbewegungen zumal verwickelterer Art nicht ausbilden, ohne zugleich das Nervensystem zu vervollkommnen und im eigentlichen Sinne des Wortes stärker zu machen. Bei Anforderungen an dauernde grössere Muskel- 'eistungen muss zugleich das Nervensystem stärker werden. Das sehen wir gilbst bei krankhaften Vorgängen im Körper. Wenn dem Herzen dauernde Mehrleistungen zugemutet werden, z. B. wenn durch Klappenfehler der Ausfluss aus seinen Offnungen verengt worden ist, wodurch es stärker pumpen niuss, um den Blutstrom durchzutreiben, so verbreitern sich die Muskelfasern eträchtlich, und auch die zu ihnen ziehenden Nervenfäden werden oft um i 8 doppelte und mehr dicker. Bei Arbeitern, die schwere Lasten zu tragen 'aben, bei Soldaten, die lange Märsche häufig ausführen, verdicken sich ^rpermuskeln, der Herzmuskel und die Nerven. Man kann die Wechselwirkung der nervösen und der Muskelsubstanz und ebenso aller Organe im jvorper sich nicht eng genug vorstellen. So kann umgekehrt ein Athlet durch eivenschwäche, der jetzt so modernen Krankheit „Neurasthenie", trotz lesiger Muskeln ausser Stand gesetzt werden, irgend eine Kraftleistung zu Vollführen, und wenn ein solches Nervenleiden, wobei dem Nerv keine Vererung anzusehen ist, längere Zeit anhält, kann es zur Abmagerung, also Ur Schädigung der Muskeln kommen. Solche klägliche Muskelverfassung ann gebessert werden, wenn das Nervenleiden gehoben wird, durch fort- Deset^te Übung, durch Wiedereinlernen der früher betätigten Bewegungen. as Einlernen aber geschieht durch ein beim Menschen besonders ausgezeich-

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