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Jüdische Turnzeitung · 1909-01-01 · 1/2 (1.1909) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
10 (1909)
Issue
1/2 (1.1909)
Date
1909-01-01
Page
[Seite] (sequence 29)
Language
German
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26 No. 1-2 Hier versagte die gewohnte Pflichttreue derart, dass es bis zur Generalprobe unsicher blieb, ob die geplante Darbietung der Damen-Abteilung — ein Fahnenreigen — werde zur Ausführung gelangen können. Über die Ordnung am Platze kann im allgemeinen nicht Klage geführt werden; dennoch kamen in vereinzelten Fällen Übertretungen der Platzordnung vor. In der Voraussetzung, dass dies aus Unkenntnis der bestehenden Vorschriften geschehen ist, muss ich sämtliche Mitglieder dringend auffordern, sich mit der festgesetzten Turnordnung vertraut zu machen. Ich kann nicht annehmen, dass ein Turner mit Absicht gegen die Vereinsgesetze verstösst. Ks bleibt demnach einem gemahnten Turner immer die Möglichkeit offen, sich mit dem Turnwart nachträglich ins Einvernehmen zu setzen und irgend eine Angelegenheit, die sich aus einem derartigen Anlasse ergeben hat, zur gütlichen Beilegung zu bringen. — Jahn sagt in seiner „Deutschen Turnkunst": „Der Turner soll sein: Tugendhaft und tüchtig, rein und ringfertig, keusch und kühn, wahrhaft und wehrhaft sei sein Wandel. Friscn, frei, fröhlich und fromm — ist des Turners Reichtum." Ein Turnverein ohne Ordnung und Strammheit, ist ein Unding und als solcher nicht lebensfähig. Wir sind als jüdische Turnvereine in erster Linie verpflichtet, die grösste Strammheit zu wahren. Qerade weil nur Mitglieder der Intelligenz in unsern Reihen stehen, müssen wir in dieser Hinsicht doppelt anspruchsvoll sein. Wir alle sind aus freiem Entschlüsse in den Verein gekommen in der Absicht, sich einem Qanzen als dienendes Glied einzufügen und so mitzuarbeiten an der grossen Aufgabe, die dem Vereine obliegt, der körperlichen und sittlichen Erziehung des jüdischen Volkes. Der Verein ist eine Stätte, an der jeder Jude lernen muss, dass der Erfolg nur in der Unterordnung — bezw. Einordnung in ein bestehendes Ganzes gefunden werden kann. Ein Verein ist ein Staat im kleinen und muss auf die Erziehung seiner Mitglieder bedacht sein. Und wie es in der Erziehung nicht immer schmerzlös abgeht, und wie der Staat auf weniger angenehme Mittel greifen muss, um seinen Bürgern das Zusammenleben zu ermöglichen, so ist auch im Vereine leider nicht immer ein völlig friedliches Zusammensein möglich, pf kann nicht sein, dass die Eigenart jedes Einzelnen in besonderer We»* anerkannt wird, vielmehr ist die Unterordnung unter den Willen des L*£ tenden unbedingt erforderlich; ist dies nicht der Fall, dann hört die Verein*- möglichkeit auf. Wir wollen und müssen aber bestehen, denn nur starKen, aufrechten und disziplinierten Juden gehört die Zukunft. — In diesem Sinne habe ich mein Amt verwaltet und auf die Mitglieder des Vereins em? " wirken gesucht. Sie mögen überzeugt sein, dass alle von mir ausgehend Handlungen lediglich von dem Gedanken geleitet waren: was ist dem ein nützlich und wodurch wird sein Gedeihen gefördert? _ Seit dem 29. Dezember 1907 turnte an den Sonntag-Vormit»«^ die Lehrlings-Abteilung auf unserem Turnplatze unter der Leitung des Moritz Lafnberg. In Summa beteiligten sich an diesem Turnen 745 nehmer, wohl nicht lauter Lehrlinge; doch immerhin ein Beweis, dass_^ Abteilung sich gut eingebürgert hat. Es ist zu wünschen und zu hoffe"> der Besuch seitens der Lehrlinge ein recht pünktlicher und regeln»ssw^ werde, und dass aus dieser Abteilung dem Vereine gut vorgeblldete«|*er demnach brauchbare Mitglieder zugeführt werden. Der Fleiss und der & der Teilnehmer lässt nach dem Berichte des Herrn Lamberg nient» wünschen übrig. jm Der Kurs zur Heranbildung von Vorturnern "JJ^ abgelaufenen Jahre von 7 Kandidaten regelmässig und mit Eifer

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