Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 10 (1909)
- Issue
- 1/2 (1.1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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18 No. 1—2 Die F r a u e n r i e g e hat mit 84 Mitgliedern ihren alten Mitglieder- Stand um 4 überschritten. Sie hat in der Turnhalle Naumannstrasse am Dienstag abend regelmässig geturnt. Es haben insgesamt 49 Turnstunden der Riege stattgefunden, in denen die durchschnittliche Teilnahme 26 betragen hat. Die Leitung der Turnstunde lag bis zum Juni 1908 in den Händen des Herrn Henry Cohn; von diesem Zeitpunkte an hat sie wegen Verhinderung des Herrn Cohn Herr üeorg Kaiser übernommen. Die Ausbildungsstunde für Vorturnerinnen der Frauenriege, geleitet ebenfalls von Herrn Georg Kaiser, hat die gleichen Voraussetzungen und Ziele wie die Vorturnerstunde der Männerabteilung. Das Berichtsjahr hat die ersten Erfolge dieser Ausbildungsstunde gezeitigt. Drei Damen des Vereins sind bereits so weit ausgebildet, dass sie in der allgemeinen Dienstag- Stunde der Frauenriege selbständig je eine Riege zu leiten imstande sind. Diese Errungenschaft hat uns in die Lage versetzt, auch bei dem Frauenturnen drei Riegen, nach der Qualität der Leistungen abgestuft, einzurichten. Dadurch ist sowohl die Leitung der Abende erleichtert, als auch der Wetteifer der Teilnehmerinnen angesport, das Interesse erhöht und der planmässige Fortschritt gesichert. Die Zöglingsriege, die das ganze besondere Interesse der Leitung in Anspruch nimmt, ist bis gegen Ende des Berichtsjahres von Herrn Jakob Elias geleitet worden. Sie hat an den Donnerstagabenden in der Turnhalle der Königl. Berger-Oberrealschule in der Schützenstrasse ihre Übungen abgehalten. Es haben sich an der Stunde im Durchschnitt 15 Zöglinge beteiligt. Turnermärsche sind in allen Abteilungen des Veieins — sowohl einzeln als auch zusammen — veranstaltet worden. Neben den kleineren Märschen in die nähere Umgebung verdienen besonders die beiden Ausflüge hervorgehoben zu werden, die über Krummfliess nach Pudewitz und nach Samter veranstaltet worden sind. In beiden Fällen haben wir Gelegenheit gehabt, unsere Mitglieder in die benachbarten jüdischen Gemeinden einzuführen, und so auch bei diesen Interesse an der Verbreitung des Turnens unter den Juden zu erwecken. In Samter haben wir mit dem Bruderverein dessen Stiftungsfest festlich begangen und haben dabei die grosse Freude gehabt, an der Gründung der Frauenriege dieses rührigen jungen Brudervereins teilnehmen zu können. Die Turnspiele, die von allen Abteilungen in dem Kunkelschen Gartenlokale in der Augusta-Viktoria-Strasse abgehalten worden sind, haben sich in diesem Jahre einer besonders starken Beteiligung zu erfreuen gehabt. Fechtkurse sind nach freien Vereinbarungen der Teilnehmer abgehalten worden. Der Verein hat bereits eine hinreichende Anzahl vo» Mitgliedern zu Leitern von Fechtkursen ausgebildet. Der Pflege der Geselligkeit ist breiter Raum gelassen worden. Am 29. März hat der Verein zum ersten Male seit seinem Bestehen ein allgemeines Riegen-Wetturnen in der städtischen Turnhalle am Orünen Platz veranstaltet. Am 23. August fand im Schützenhause das Sommerfest statt. E8 hatte eine grosse Anzahl von Mitgliedern des Vereins und Freunden der jüdischen Turnsache auch aus der Provinz vereint. Auch hierbei wurde ei» volkstümliches Wetturnen veranstaltet. Im Dezember fand im Viktoria-Restaurant ein geselliger Abend statt, der mit einem, von lebhaftem Beifall begleiteten Vortrage von