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Jüdische Turnzeitung · 1909-01-01 · 1/2 (1.1909) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
10 (1909)
Issue
1/2 (1.1909)
Date
1909-01-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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No. 1—2 7 Qustav Tuch. Mit weiten Kreisen des jüdischen Volkes gemeinsam trauert die Jüdische Turnerschaft um den Heimgang eines unserer Besten. Gustav Tuch ist am 2. Februar gestorben. Persönlich nahe stand uns der Vater des Mitbegründers und ersten Leiters unserer Turnerschaft erst seit einigen Jahren, erst der persönliche Connex mit den Mannern unserer Bewegung machte ihm unsere Ziele vertraut und fördernswert. Aber weit fester als das Band der persönlichen Beziehungen verknüpfte uns mit ihm die wesensinnerliche Übereinstimmung in den grossen Fragen der jüdischen Volkserziehung. Wie das wundervolle Kunstwerk seines Lebens — reich an grossem und tragischem Geschehen — sich im einzelnen entwickelte, soll *n dieser Stelle nicht gewürdigt werden, die deutsche Presse und die jüdischen Zeitungen der ganzen Welt haben sein Bild im einzelnen gezeichnet. Aber eines bleibt uns zu sagen: dieser 75 jährige, herrliche Greis war ganz von unserem Schlage, er war so jung wie nur einer von uns Jungen, ja, seine feurige Zuversicht, auf Weite und machtvolle Aspekte gerichtet, machte oft jüngere Herzen Mutvoll erglühen. Ging doch bei den Progromen der letzten Jahre sein Rat an uns dahin, ein Hilfskorps der Jüdischen Turnerschaft zu organisieren, das den schwachen Selbstschutzorganisationen unserer russischen Brüder zur Seite stehen sollte. Nur Grosses und Furchtloses war '.n ihm. Sein Gedächtnis allein ist schon Segen. An den'zahlreicben politischen, national-ökonomischen und philosophischen Schriften Gustav Tuchs haben seine volkserzieherischen Gedanken einen grossen Anteil. Eine kurze Zusammenfassung der in seinem grossen Werke »Der Militärstaat" niedergelegten Ideen über „Heer und Ethik"*) °at Gustav Tuch selber einmal in den folgenden Sätzen geliefert: »Das Heer ist im deutschen Kulturstaat eine geistige, sitt- «he und gesellschaftliche Notwendigkeit. Das eigentliche Wesen fieser Notwendigkeit wird indes allgemein und vollständig verkannt. Die Erkenntnis ihrer wahren Gründe würde dazu leiten, *) Unter die8e"> Titel abgedruckt in dem Sammelwerk „Deutsche Kunst u "»Iburgs Ounst,« 18g2.

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