Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 9 (1908)
- Issue
- 12 (12.1908)
- Date
- 1908-12-01
- Page
- Seite 224 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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224 No. 12 Verbandsfonds. Spende der II. Frauen-Abteilung des Bar-Kochba . . . Mk. 2,95 28. November Dr. med. Heinemann durch Dr. Arndt für das zu errichtende Zentral-Bureau der Turnerschaft 10,— Mk. 12,95 Aus der Jüdischen Turnerwelt. Winterkatnpagne. Die Arbeit des Winters wird diesmal in unseren Vereinen in der Hauptsache dem Berliner Turntage gelten, der sich durch das Jubiläum zweier Bundesvereine zu unserer bedeutsamsten Tagung seit Basel gestalten mag. Wenn auch das Fest selbst in Berlin vorbereitet wird, so ist doch das Gelingen in erster Linie von der ernsten turnerischen Arbeit abhängig, die schon jetzt irh Hinblick auf den Turntag in einem jeden Verein mit allem Nachdruck einzusetzen hat. Das soll nicht besagen, dass nun etwa schon heute Festriegen zusammengestellt und bis Pfingsten gedrillt werden sollen — dann würden sich unsere Hallen bald leeren, und die Leistungen wären erfahrungsgemäss beim Fest selbst auch nicht einwandsfrei —, sondern die Vereine haben durch eine exakt durchgeführte Riegenordnung und systematische Heranbildung auch der schwächeren Turner die Ausbildung ihrer Leute so gründlich und vielseitig zu betreiben, dass sie einer jeden Aufgabe, die ihnen später vom Verbandsturnwart gestellt werden wird, gerecht werden. Eine vorzeitige Bekanntgabe der Übungen könnte für den Turnbetrieb unseres Verbandes während des ganzen Winterhalbjahres verhängnisvoll weiden. Nur die Vereine, welchen es gelingt, in gut geleiteten Kursen taugliches Vorturnermaterial heranzuziehen, werden den vollen Nutzen von der Berliner Vorturnerstunde haben. Auch hier muss überall die Arbeit sofort einsetzen. Ein weiterer Faktor, der für den Erfolg der Veranstaltung ausschlaggebend ist und von langer Hand vorbereitet werden muss, ist die Beschaffung der Mittel, die bei der weitläufigen Dislozierung unserer Vereine recht beträchtliche sein müssen. In erster Linie muss die Verbandskasse bedacht werden. Es darf erwartet werden, dass man überall Ehre darein setzen wird, bis Pfingsten auch den letzten Pfennig der ausstehenden Beiträge zu leisten, und damit die Leitung in die Lage versetzt, schwächere Vereine teilweise von ihren Reisekosten zu entlasten; dann aber wird der Turntag selbst an die Vereinssäckel Anforderungen stellen, denen nur eine sparsame und rührige Wirtschaft genügen kann. Dem einzelnen Turner muss durch die Errichtung von Reisekassen Gelegenheit geboten werden, sofort mit dem Sparen zu beginnen. Gemeindezuschüsse sind nachzusuchen und die Überschüsse von Festlichkeiten für Turntagszwecke zu bestimmen. Arbeit wird es in diesem Winter für unsere Turner genug geben. Tage brüderlicher Kameradschaft und das frohe Gefühl einigen jüdischen Handelns werden sie lohnen. Berlin. Jüdischer Turnverein Dar-Kochba. Das Ereignis der letzten Zeit in unserem Vereinsleben war ein Schauturnen, das am 22. November einen im grossen und ganzen erfreulichen Verlauf nahm. Wir hatte0 — nicht zum ersten Male — den Bekanntenkreis, dessen sich unser Verein erfreut, bedeutend unterschätzt, und so staute sich schon vor Beginn des Turnens eine grosse Zuschauermenge in dem für derartige Veranstaltungen nicht gerade geeigneten Saale.