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Jüdische Turnzeitung · 1908-08-01 · 8/9 (8.1908) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
9 (1908)
Issue
8/9 (8.1908)
Date
1908-08-01
Page
[Seite] (sequence 28)
Language
German
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178 No. 8 9 machte das Fest nachhaltigen Eindruck für die-Turnbewegung im allgemeinen und für unsere im Besonderen. Lemberg. Jüdischer Turnverein. Alle unsere Bemühungen, den Turnsaal in einer der hiesigen Volksschulen zu erhalten, sind leider unverhofft ganz und gar nicht gelungen. Im Schreiben vom 25. VI. wurden wir von dem Abweisen unserer Eingabe durch den Stadtrat ohne Qrundangabe verständigt, den Grund aber gab der Schulinspektor, Herr Nowosielski, auf die Anfrage unseres Schriftwartes mündlich an, man habe fest und grundsätzlich beschlossen, keinem Vereine, ohne Rücksicht auf seinen Charakter und die Konfession seiner Mitglieder, Säle in den Volksschulen, die einem anderen Zwecke bestimmt sind, zum Gebrauche zu gestatten. Eine Woche später erhielt ein polnischer Verein „Akademicki Zwiazek Sportowy" einen Turnsaal in einer der hiesigen Volksschulen. Dieses Missgeschickes ungeachtet, sparte der Ausschuss keine Mühe, unserem Vereine seine schweren Existenzbedingungen möglichst zu erleichtern, man reichte an unseren Stadtrat ein Bittgesuch um eine jährliche Subvention von 300 Kronen ein, das bisher noch nicht erledigt wurde, man besichtigte alle für unseren Zweck anwendbaren Säle, man mietete endlich, nach langem Suchen, im Handwerkervereinshause „Jod Charuzim" zwei Säle, von denen der kleinere, 3,80 m hohe, höchstens 35 Turner fasst, während im grösseren, zwei Stock hohen Saale sehr bequem 80 Mitglieder turnen können. Die Übungen im kleinen Saal finden je Montag und Donnerstag in drei Herren- und zwei Damenriegen, abends von 4%—93/i statt. Demnächst werden die Vorturner und eine Fechtriege zu üben beginnen. Falls in den zum Turnen bestimmten Tagen der grosse Saal unvermietet bleiben wird, werden die Übungen im grossen Saale stattfinden. Eine Damen- und die Vorturner- Abteilung leitet ein bezahlter Lehrer, der Obmann des polnischen „Sokol III". Die Zahl der durchschnittlich an einem Abende turnenden Mitglieder wird wahrscheinlich von 45 auf 100 steigen. Die Sportklubs, deren Entwickelung durch die regnerische Jahreszeit etwas beeinträchtigt wurde, erhielten im neuen Kapitän, dem energievollen Herrn Nadel, eine kräftige Unterstützung. — Unsere Bemühungen, in den kleineren Städten Galiziens die Turnidee zu verbreiten, wurde rffl* einem guten Erfolge gekrönt. In Brody, wohin unser wackerer Obmannstellvertreter absichtlich übersiedelte, wurde bereits ein jüdischer Turnverein gegründet. Ende September wird ein Fussballmatch in Stryj zwischen unserem Fussballklub „Hasmonaea" und dem dortigen polnischen Spielklub „I Zwiazek Sportowy mtodziezy stryjskiej" stattfinden, dessen Ergebnis in engem Zusammenhang mit der Gründung des jüdischen Turnvereins in Stryi steht. — Die Stimmung in unserer Stadt ist eine durchaus günstige. Die Musik des Enthusiasmus und der Lebensfreude, die Harmonie der Lebenskraft und der Begeisterung der welterobernden Jugend stört bisweilen der schroffe Ton der uns bisher noch nur theoretisch unterstützenden Hochschüler. Prossnitz. Jüdischer Turnverein für Prossnitz und Umgebung. Die Pfingstfeiertage benutzte ein kleiner Teil unserer Mitgliedschaft dazu, gemeinsam die „Mährische Schweiz" zu besuchen. Ein „Ausflugswagen" sollte uns an den Ausgangspunkt der Bergtour bringen; dort wollten wir den Wag«" verlassen und nun in zwei Tagen die wichtigsten Zielpunkte aller Touristen der Oegend aufsuchen, um schliesslich wieder zum Wagen zurückzukehren. Sonnabend abends verliessen wir bei trübem Wetter die Stadt, ein Dutzend junger Burschen, eng aneinander geschlossen, in einem federlosen Wagen, den eine wasserdichte Decke fast luftdicht gegen die Aussenwelt abschlosSr

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