Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 9 (1908)
- Issue
- 7 (7.1908)
- Date
- 1908-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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148 No. 7 um den Fortbestand derselben nicht zu gefährden. Leider blieben alle Bemühungen zur Anstellung eines theoretisch und praktisch gebildeten Lehrers fruchtlos und es konnte nur an Hand von Büchern und Schriften zur Bildung eines Vorturner-Kursus geschritten werden. Die Turnstatistik ergab für die Männerabteilung: 1043 Turner an 92 Abenden, gegen 604 Turner an 53 Abenden im Vorjahre. Somit entfallen auf den Abend 11 Turner, wie im Vorjahre. In der Jugend- und Kinderabteilung: 3871 Turner an 100 Abenden, gegen 2946 Turner an 95 Abenden im Vorjahre. Somit entfallen auf den Abend 39 Turner gegen 31 im Vorjahre. In der Mädchenriege: 1863 Turnerinnen an 69 Abenden. Somit entfallen auf den Abend 27 Turnerinnen. Der neugewählte Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: Präsident: Herr Moritz Abramowitz; Vize-Präsident: Dr. Leo Schoenmann; Turnwart: Herr Albert Ziffer; Cassier: Herr Heinrich I. Bornstein; Secretär: Herr Josef Roth; Controleur: Herr Jacques Cornfeld; Zeugwart: Herr Michel Leytes; Beisitzer: die Herren Max Grünbergt Heinrich B r e i t n e r, Heinrich Abraham, David Qrassiany. Zürich. In dieser Stadt ist ein jüdischer Turnverein gegründet worden. Wir werden in Kurzem in der Lage sein, Näheres über den Verein zu berichten. Tarnopol. Jüdischer Turnverein „Bethar". Am 6. Juni d. J. veranstaltete unser Verein zum Abschluss seiner Jahrestätigkeit ein Schauturnen; es ist die zweite Veranstlaung dieser Art, und sollte uns über das bisher Geleistete Rechenschaft geben und gleichzeitig als Richtschnur für die bevorstehende Arbeit dienen. Ist das Schauturnen mit der Ernte zu vergleichen, so haben wir nach jähriger, mühevoller Arbeit eine reiche ausgiebige Ernte als unser eigen zu schätzen. Einen lebendigen Beweis brachten die allseitigen Anerkennungen der anwesenden Gäste. Der Gemeinderat, die jüdische Kultusgemeinde, der polnische und ruthenische Turnverein „Sokol" waren durch Männer, deren Urteil uns nicht gleichgiltig ist, vertreten. In der jüdischen Bevölkerung erfreut sich unser Verein seit der kurzen Zeit seines Bestehens der vollsten Sympathie und Unterstützung. Seine Mitglieder entstammen allen Schichten unseres Volkes. Einen Hauptanteil am Gelingen des Abends hat der Ausschuss durch das trefflich zusammengestellte Programm. Den ersten Programmpunkt bildeten Freiübungen mit Keulen und Stäben, es folgte ein tüchtiges Riegenturnen am Reck und Pferd. Zum Schluss bot die Fackelkeule viel Abwechslung. Besonders dürfte noch die Damenriege mit ihren vortrefflichen Leistungen rühmend hervorgehoben werden. Die zahlreich erschienenen Gäste zollten den Darbietungen reichen Beifall. Am 13. Juni veranstaltete „Bethar" im hübsch gelegenen Stadtpark ein Sommerfest, in dessen Programm auch das Turnerische nicht vergessen wurde. Das Wetter war günstig und lockte die jüdische Bürgerschaft in die in jüdischen Farben prangenden Anlagen. Nur die sogenannte pseudo-jüdische Aristokratie, die alle wahrhaft jüdischen Feste meidet, blieb fern. Unser Verein entwickelt sich, weil er das Gesunde des Volkes hinter sich hat; er blickt einer noch erfolgreicheren Zukunft entgegen, da wir dank einer Subvention von 2000 Kronen des hiesigen Gemeinderats in der Lage sind, ein eigenes Heim zu gründen. Vorläufig turnen wir mit eigenen Turngeräten in einer gemieteten Turnhalle. Ch—F.