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Jüdische Turnzeitung · 1908-07-01 · 7 (7.1908) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
9 (1908)
Issue
7 (7.1908)
Date
1908-07-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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128 No. 7 Beispiele des Vorturners Meyer hätte nach dieser Hinsicht mehr entsprochen werden müssen. Gesprungen wurde durchgängig mit aller Bravour. Die Hilfsstellung war eine recht gute. Die zweite Ubungsgruppe leitete Alexander-Berlin an den Schaukelringen. Ks wurden Kraftübungen geturnt, die aus dem langsamen Aufstemmen aus dem Streckstütz entwickelt wurden. Die Übungen waren folgerichtig, litten jedoch durch die stetige Wiederholung des Vorhergehenden, wie fast alle Kraftübungen in Gruppen, an einer gewissen Schwere. Sie wurden von fast allen Teilnehmern, trotz der grossen und intensiven Kraftanstrengung, welche sie erforderten, bis zuletzt durchgeturnt. Mit ihnen ist jedenfalls die äusserste Grenze gegeben, die innegehalten werden muss, und die keinesfalls überschritten werden sollte, bis zu welcher lortgesetzte Kraftübungen ohne Schädigung der inneren Organe ausgeführt werden können. Wenn auch an der Schwierigkeit nichts auszusetzen ist, so wäre doch eine geringere Zahl der Übungen zu empfehlen gewesen. Ein kurzes Kürturnen beschloss die Arbeit des ersten Tages. Am Abend erstatteten Erich Burin-Berlin und Julius Berger-Köln ihre Referate*) im Saale des Gabriel Riesser-Vereins in der Rheinlandloge. Burin behandelte das interssante Thema: Turnerische und militärische Disziplin. In anschaulicher und klarer Form stellte er die Unterschiede zwischen der gezwungenen Unterordnung ohne Widerspruch und ohne den geringsten Einfluss auf den Befehlshaber und Vorgesetzten im Heere, und dem selbst gewollten nur des höheren Zweckes willen für notwendig erachteten turnerischen Gehorsam gegen einander. Hier bedingungslose Unterwerfung, falls verlangt, bis zur Selbstaufopferung, dort Eingehen auf den Willen des selbst gewählten Führers und zwar nur in turnerischen Dingen. Die Erziehung zur Disziplin und ihre sachgemässe Handhabung wurden gleichfalls erörtert. Julius Berger hatte sich die Aufgabe gestellt, die Pflichten des Vorturners eines jüdischen Turnvereins in nationaler Hinsicht in eingehender Weise zu erläutern. Mit Recht stellte er den Grundsatz auf, dass nur ein unseren Zielen und jüdischen Idealen völlig Ergebener den wirklich brauchbaren Vorturner abgeben könne. Die turnerische Qualifikation allein kann nicht die ausschliessliche Voraussetzung hierfür bilden. Jeder Vorturner ist in steter Berührung mit seinen Riegenmitgliedern. Seine persönlichen Eigenschaften müssen ihm von vornherein eine gewisse Autorität sichern. Diesen Einfluss zu benutzen, um rechte Nationaljuden aus seinen Turnern zu machen, ist nicht seine letzte Pflicht. Der beste Turner mit der grössten Befähigung zum Lehren ist als Riegenführer nicht der geeignete Mann, wenn er es an dieser wichtigen Aufgabe fehlen lässt. Der Vortragende zog Burins Ausführungen mit heran, um seinen eingehenden Schilderungen eine möglichst breite Fläche zu geben. Er Hess es auch an einer Klarstellung seiner mehrfach von Burins Anschauungen abweichenden Ansichten nicht fehlen. Beiden Vorträgen wurde reicher Beifall zu Teil. Da die Referate öffentlich gehalten wurden, waren eine ganze Anzahl Gäste, darunter Vorstandsmitglieder der Grossen Synagogengemeinde Köln und des Oabriel Riesser-Vereins zugegen. Der zweite Tag führte die Teilnehmer der Vorturnerstunde am Vormittag auf den grossen städtischen Spielplatz am Lindentor. Dort begannen das volkstümliche Turnen und die Spiele. Zuerst wurde Stein gestossen. Die Leistungen waren mit wenig Ausnahmen sehr niittelmiissh,'. Körperstellung und Handhabung des Gerätes wurden von Grund auf erläutert. *) Die Referate werden im nächtten Hefte zum Abdruck kommen. (D. Re<\)

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