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Jüdische Turnzeitung · 1908-06-01 · 6 (6.1908) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
9 (1908)
Issue
6 (6.1908)
Date
1908-06-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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No. 6 115 und den Ehrensehild der jüdischen Frauen befleckt. So sehen wir die grossen Städte das Judentum konsumieren und auflösen. Der Erfolg weniger einzelner lockt Hunderte und Tausende anderer an und bringt nicht nur Enttäuschung, sondern auch Not und Elend, finanziellen und moralischen Untergang. Bedarf es da noch besonderer Hinweise, wessen es uns gebricht? Ein berühmter Nationalökonom hat vor einigen Wochen seine Vorlesung mit den Worten geschlossen: „Man kann ohne Schwertstreich, ohne Blutverglessen ein Volk vernichten, wenn man es von der natürlichsten und nützlichsten Arbeit, von der Scholle verdrängt. Dann muss es über kurz oder lang degenerieren und untergehen. So beruht die Kraft Jedes Volkes in seinem Bauernstand; er Ist der Jungbrunnen der Nationen, ohiw den kein geordnetes Staatsgebiete existieren kann. Ein Volk, das keinen Bauernstand hat, hat auch keine Zukunft." Wenn wir jüdische Bauern heranbilden, die auf eigener Scholle eigene Herren werden, anstatt Städteproletarier in armseligen Hof- und Hinterhauswohnungen mit unsicherer Existenz, dann haben wir eine der höchsten sozialpolitischen Gegenwartsaufgaben der Judenheit erfüllt. Leibesübungen unter den Juden Englands und Amerikas. Jewish Lade Brigade. (a. Fortsetzung.) In wie angenehmer Weise die Knaben solch einen Tag im Feldlager verbringen, davon gibt uns der Jahresbericht der Brigade für das Jahr 1906 e|n fesselndes Bild: „Um 6 .Uhr wird zum Wecken geblasen. Dann springt alles vom Lager auf, wäscht sich, zieht sich an und macht sich fertig zu einem kurzen, gemeinsamen Qottesdienst, der um 7 Uhr stattfindet. Nachdem man um 7 Uhr 15 das Frühstück eingenommen hat, werden die Zelte und das Ma- "överfeld gereinigt. Dann haben sich die Knaben zum Exerzieren fertig zu flachen, das unter Leitung des Kommandanten von 9 Uhr ab eine bis anderthalb Stunden dauert. Oleichzeitig hält der Sanitätsoffizier „Revierdienst" ab. während der Quartiermeister die Zelte mustert und nach deren Befund i"re Inhaber für Ordnung und Sauberkeit zensiert. Diejenigen Knaben, deren •elte am besten in Ordnung sind, erhalten Preise. Um 10 Uhr 30 werden |e Knaben, die sich irgendwie vergangen haben, dem Kommandanten vorgeunrt; erfreulicherweise braucht das nur ganz selten zu geschehen. Um 1 Uhr 30 tritt das ganze Regiment zum Baden an und marschiert unter "en Klängen der Musik hinab zum Seestrande. Starke Pflöcke und zwei °oote bieten Gewähr für die vollkommene Sicherheit der Badenden. Nieand darf sich ohne Erlaubnis des Sanitätsoffiziers vom Baden ausschliessen. Kn"1 Uhr wird das Mittagessen aufgetragen und dann dürfen sich die 7 Uh " l,ei ^plel uncl Sport nach ihrer eigenen Wahl belustigen bis um ünt 3,\wo e'n iec,er sich zum Tee einfinden muss, falls er nicht mit einem verschriebenem Urlaubspass versehen ist. Um 9 Uhr 15 wird zum ersten J\a'e, und um 9 Uhr 30 zum letzten Male Zapfenstreich geblasen. Um 9 Uhr 45 ssen alle Lichter gelöscht und das ganze Lager zur Ruhe sein." nacl n'"e kleine' besonders marschfähige Schar pflegt den Weg von London Ca 1 in drei Tagemärschen mit Nachtquartieren in Chatham und ^anterbury zurückzulegen.

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