Mannheim
Compact Memory

Jüdische Turnzeitung · 1908-05-01 · 5 (5.1908) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
9 (1908)
Issue
5 (5.1908)
Date
1908-05-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/4921092-5965115-5965278--2173-4925001
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

94 No. 5 der Schützenriege in London teilgenommen. Nachdem er die Riege durch Abgabe des ersten Schusses eröffnet hatte, hielt er eine ehrende Ansprache an die Knaben, in der er ihre Leistungen lobte und den besonderen Nutzen solcher Organisationen für den Staat hervorhob. Später drückte er dem Kommandanten Sir Frederic Nathan in einem Schreiben nochmals seine Freude über die grosszügige Arbeit der Brigade aus. Das Hauptereignis des Jahres war für die Brigade das gemeinsame Manöver der Londoner und der Provinz-Kompagnien bei Deal. Es war schon längst der Wunsch der Leitung, alle Knaben aus London und der Provinz bei einem Manöver zu vereinigen, da man von einer näheren Fühlungnahme der in den verschiedensten Städten arbeitenden Kompagnien und von der Gelegenheit, die Übungsweise einheitlicher zu gestalten, ausserordentliche Vorteile erwartete. Die allzu weitläufige Dislozierung, Zeitmangel und die grossen Kosten hatten in früheren Jahren ein derartiges gemeinsames Feldlager unmöglich gemacht; im Jahre 1907 wurden aber alle diese Schwierigkeiten überwunden, und das Manöver wurde vom 26. Juli bis 5. August inkl. auf den Sandbergen bei Deal, wo das Londoner Regiment seit 1896 alljährlich gelagert hatte, abgehalten. Der Erfolg war ein derartiger, dass das diesjährige Experiment als durchaus gelungen zu bezeichnen ist. Nicht weniger denn 1012 Offiziere und Knaben hatten das Lager unter dem Kommando des Brigadekommandanten bezogen, und alle verlebten ihre Ferien in ausserordentlich nützlicher und unterhaltender Weise. Das Wetter war günstig, und kein Missklang störte in den elf Tagen die allgemeine Befriedigung. Im Verhältnis zu ihrer grossen Zahl verursachten die Knaben wenig Ärger, und nur 14 mussten während der elf Tage dem leitenden Offizier vorgeführt werden. (Fortsetzung folgt.) Sport und Ernährung.** Von Prof. Dr. A. Albu-Berlin. Die Berechtigung zur Erörterung dieses Themas beruht auf der Voraussetzung, dass der Sport eine andere Art Ernährung erfordert, als sie im gewöhnlichen Leben üblich ist. Praktisch ist die Frage im Prinzip längst entschieden: die Ausübung jedwedes systematisch betriebenen Sports stellt an die Lebensweise von den Alltagsgewohnheiten so weit abweichende Ansprüche, dass sich auch die Ernährung in anderer Weise vollziehen muss, als bei der helgebrachten Tagesarbeit. Meist finden die Sportsleute instinktiv den richtigen Weg zu einer zweckmässigen Ernährung durch eigene Erfahrung, und das Bewährte erbt sich auch hier wie Gesetz und Recht von Qeneration auf Oeneration fort. Die englischen Trainers geben von alters her ihren Zöglingen auch in bezug auf Ernährung stets genaueste Vorschriften. Aber mit der immer weiteren Ausbreitung des Sports, die in Deutschland seit einem Menschenalter zu verzeichnen ist, gewinnt diese Frage eine erhöhte Bedeutung. Zahlreiche Sportvereine wie Ruderklubs und dergleichen geben ihren im Training befindlichen Mitgliedern strenge Ernährungsvorschriften, der Deutsch-Osterreichische Alpenverein hat sich schon seit Jahren genötigt gesehen, zu der Art der Verproviantierung seiner Hütten im Hochgebirge grundsätzliche Stellung zu nehmen u. a. m. Bei der grossen Wesens- *) Mit gütiger Erlaubnis de« Vertanen, unseres geschätzten Mitarbeiters, auszugsweise abgedruckt aus der Berl. klin. Wocheoscbr, 1908, No. 1a.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.