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Jüdische Turnzeitung · 1908-05-01 · 5 (5.1908) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
9 (1908)
Issue
5 (5.1908)
Date
1908-05-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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90 No. 5 während jene noch mit dem Auspacken all ihrer Herrlichkeit zu tun haben, immer neue Kämpen gegen das Ungemach der Aprilstürme: die dunkelroten Knospen der Eberesche, die seidenweichen Weidenkätzchen, und am Boden Veilchen, Krokos und Anemonen, überall sieghaftes, unaufhaltsames Vordringen, bis endlich im Mai auch die jungfräuliche Birke ihr schillerndes Brautgewand anlegt und unsere Obstbäume in schneeigem Blütenflor erscheinen, gleich der jauchzenden Mirjam den Sieg des Frühlings kündend. Halten wir Turner da bei uns Umschau, so will sich unsere Bewegung wohl in das Bild des frohen Erwachens fügen. Neue Keime regen sich und die alten Stämme wollen erstarken. Und wenn gerade jetzt der Ruf nach Köln zu gemeinsamer Arbeit an uns ergeht, wird ein jeder an seinem Teile beitragen, und alle Hindernisse werden im ersten Frühlingsansturm genommen. Wenn wir dann mit unseren Brüdern, die von weither zusammengekommen sind, um der Sache ihres Volkes die Pflicht zu tun, hinausziehen in die Wälder und an die herrlichen Ufer des Rheins, dann wird unser Sang laut und kraftvoll empfunden hinausklingen: „Wohlan, lasst das Sinnen und Sorgen, Fegt die Angst aus der Seele heraus, Schon grüsst uns der Freiheit Morgen, Der Frühling pocht jubelnd ans Haus!" Die jüdische Jugend als Erzieherin. Von Sanitätsrat Dr. Simon S c h e r b e 1 in Lissa i. P. Auf einem Chanukahfeste, das kürzlich die jüdischen Turner des Lissaer Gymnasiums veranstaltet haben, hat Rabbiner Dr. Bäck das schöne Wort gesprochen: „Wer die Jugend hat, der hat die Zukunft; deshalb ist mir für die Zukunft des Judentums nicht bange, wenn nur die israelitische Jugend zu ihm hält." Der bedeutende Forscher der jüdischen Qeschichte weiss, welchen Einfluss zu allen Zeiten die Strömungen in der jüdischen Jugend auf die Kulturenrwicklung des jüdischen Volkes, auf den Gang der Ereignisse in der jüdischen Qeschichte gehabt haben, und wie hoch der Idealismus der Jugend für die Zukunft des israelitischen Volkes zu bewerten ist. In den Makkabäern, den kraftvollen, tapferen Heldengestalten des jüdischen Volkes, die wie mit wuchtigen „Hammerschlagen" den syrischen Feind niederschmetterten, sieht die heutige selbstbewusste jüdische Jugend ihre Ideale. Deshalb schliessen sich ihre Reihen fester zusammen, um dem verderblichen Abfall entgegenzuarbeiten, um den jüdischen Qedanken zu hegen, um die Erinnerung an die 0rosstaten der Ahnen nicht vergessen zu Irssen. Deshalb pflegen sie die körperliche Übung, suchen sich zu stählen, zu kräftigen und widerstandsfähig zu machen. -v

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