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Jüdische Turnzeitung · 1908-04-01 · 4 (4.1908) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
9 (1908)
Issue
4 (4.1908)
Date
1908-04-01
Page
[Seite] (sequence 22)
Language
German
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journal issue
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80 No. 4 Kraft und Schönheit. Pestschrift zum Kostümfest des Vereins für Körperkultur, Berlin, 13. Februar 1908. Vor uns liegt ein eigenartiges Heft. Die Zusammenstellung von Autogrammen und Photographien „berühmter Zeitgenossen" als Festgabe ist nichts Neues. Goldene Worte und prächtige Reproduktionen machen das Album jedoch zu einem wertvollen Dokument moderner Bestrebungen. Eine Radierung unseres Freundes Hermann Struck, sowie gute Wiedergaben von Qötz' Skulpturen: „Läufer am Start", „Wasserschöpferin" und Wandschneiders „Sieger", „Jugend", „Trinkendes Mädchen", drücken der Festschrift ein hohes künstlerisches Gepräge auf. Aufruf des „Israelitischen Turnvereins" Konstantlnopel. Unser Bruderverein Conatantlnopel sendet uns folgenden Aufruf: „Brüder und Freunde! Eine schreckliche Feuersbrunsi hat am Freitag, den 13. März 1908 um V22 Uhr nachmittags in Constantinopel, in der Vorstadt H a s k e u i, welche ausschliesslich von den ärmsten Juden bewohnt ist, gewütet, und ein Viertel dieses Stadtteiles wurde durch das Flammenmeer zerstört. Während des 6 stündigen Brandes sind 388 Häuser, 20 Geschäfte, 1 Synagoge und 3 Schulen eingeäschert worden, und beziffert sich die Zahl der Obdachlosen auf 5028 Personen. Das Unglück ist sehr gross, die Verluste unermesslich und die Not unbeschreiblich. Die Unglücklichen sind in Schulen, Synagogen, leeren Häusern untergebracht und viele sind gezwungen, bei der jetzt hier herrschenden kalten Regenwitterung unter Zelten im Freien zu kampieren. Trotzdem die hochherzigen und philantrophischen Gefühle der Bewohner Constantinopels ohne Unterschied der Konfession, zum Sprichworte geworden sind, reichen doch die zusammengebrachten Beträge lange nicht, das grosse Elend halbwegs zu stillen. Der Israelitische Turnverein, der überall, wo es sich um Not und Elend handelt, in der Front steht, hat es sich zur ernsten Pflicht gemacht, den unglücklichen Brüdern zu Hilfe zu kommen und zwar 1. durch eine Vorstellung (selbstverständlich mit turnerischem Programm). Der Zeitpunkt dieser Vorstellung und ihr Programm werden wir Ihnen seinerzeit bekannt geben. 2. Durch öffentliche Subskriptionen. Wir erlauben uns mit Gegenwärtigem an Ihre bekannte Heizensgüte zu appellieren und legen einen Subskriptionsbogen bei, mit der höflichen Bitte, letztern bei sämtlichen Mitgliedern und Freunden Ihres w. Vereins geil, zirkulieren lassen zu wollen. Bei Zeichnung der Beträge bitten wir keinen Zwang aufzuerlegen, da uns jede Summe herzlich willkommen ist. Ferner bitten wir die gesammelten Beträge samt Subskriptionsbogen an die Adresse unseres Präsidenten, Herrn Paul Nattenberg, Direktor bei der Firma A. Mayer & Co., Constantinopel, gefl. leHen zu wollen, der Ihnen alsdann Empfangsbestätigung geben wird. In der Hoffnung, dass auch die ausländischen jüdischen Turnvereine sich an dieser Unterstützung beteiligen werden sprechen wir Ihnen im Voraus unseren innigsten Dank aus und verbleiben mit turnerischem Gruss. Für. den Vorstand des Israelitischen Turn-Vereins. Der Präsident: Pau I Nattenbe r g." Nicht allein unsere freundschaftlichen Beziehungen verlangen, dass wir helfen am Werke; auch das nationale Pflichtgefühl, das immer erwacht,- wenn unglückliche Brüder unserer bedürfen, mahnt uns an tatkräftige Unterstützung. Die Geschäftsstelle der „Jüdischen Turnzeitung" nimmt Spenden entgegen und erteilt öffentliche Quittung.

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