Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 9 (1908)
- Issue
- 4 (4.1908)
- Date
- 1908-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 4 77 so eng begrenzten Räume entheben musste; nichtsdestoweniger aber ergriffen wir manche Gelegenheit zu jüdisch-nationaler Betätigung. Das Anwachsen der Mitgliederzahl hielt gleichen Schritt mit dem Breiterwerden unserer materiellen Basis, die der Verein sukzessive gewann; die bescheidenen Mitgliedsbeiträge — 40 h pro Mitglied und Monat — gestatten ihm zwar nicht, seiner Aufgabe nach ieder Richtung gerecht zu werden, doch hielten sie ihn stets aufrecht und schafften die nötigen Mittel zur Anschaffung der Qeräte und zur Bestreitung der laufenden Kosten. Es ist allerdings nicht zu übersehen, dass uns hierbei die besondere Qunst der hiesigen Verhältnisse zustatten kam, da uns weder das Turnlokal, noch die fachmännische Leitung der Turnstunden Ausgaben verursacht. Die Tätigkeit des letzten Jahres fand ihre Konzentration in den Vorbereitungen für das Wiener Verbandsschauturnen. Alle Turner zeigten grossen Fleiss und viel Ausdauer bei der Ei lernung der vorgeschriebenen Übungen, doch trat auch hier wieder der Nachteil solcher Veranstaltung in der Weise 'deutlich zutage, dass die Anspannung aller Kräfte vor dem Feste eine doppelte Abflauung nachher zur Folge hat. Unsere Versuche, zwei unserer Nachbarvereine zu einer gemeinsamen Veranstaltung zu bewegen, blieben leider erfolglos. So gaben wir den Plan eines Sommerschanturnens auf und veranstalteten im Juli ein Gartenfest, bei dem die Teilnehmer am Wiener Turnen ihre BarrenUbungen vorführten. Während des Berichtsjahres verliess fast die ganze erste Riege unsere Stadt, und es wird wieder geraume Zeit in Anspruch nehmen, eine halbwegs gleichwertige erste Riege heranzuziehen. Für den Winter wurde deshalb eine dritte Turnstunde in der Woche eingeschoben und man sah wenigstens die kleine Zahl Übender, die das Turnen besuchten, regelmässig auf dem Turnplatze erscheinen. Der Durchschnitt des Jahres gibt eine l'/prozentige Beteiligung am Turnen; dieses Ergebnis muss jedoch, wie oben erwähnt, dahin korrigiert werden, dass der Turnbetrieb anfangs des Jahres ein sehr starker gewesen ist, Im Monate Mai und Juni dagegen hauptsächlich die für die Schauturnen bestimmten Turner sich an den Übungen beteiligten. In qualitativer Beziehung ist zu bemerken, dass die schwächeren Turner den besseren näher kommen, so dass das Gesamtbild der Leistungen günstiger sich gestaltet. Das Vereinsvermögen hat wieder eine Vermehrung dem Vorjahre «egenüber erfahren und beträgt bei einem Barbestande von K. 140 samt Geräten und sonstigen Aktiven K. 680. Die grösste Auslage, die Spesen per Wiener Reise, waren vorher durch das Reinerträgnis einer Veranstaltung gedeckt und haben die Vermögensgebahrung dieses Jahres nicht beeinflusst. Als Freie Anträge wurde in der Versammlung die Schaffung eines Vereinslokales — ein wiederholt schon geäusserter Wunsch — besprochen, da das Bestehen eines solchen es viel eher ermöglichen würde, dem nationalen Programme des Vereins zu folgen. — Bei Gelegenheit des zehnsemestrigen Stiftungsfestes der „Giskalah" wollen wir ein Schauturnen veranstalten und hoffen, hierbei auf die Unterstützung unserer Nachbarvereine rechnen zu können. Die bei Verwirklichung obiger Pläne entstehenden Mehrkosten setzen selbstredend auch vermehrte Einnahmen voraus und so wurde nach längerer Debatte die Erhöhung der Mitgliedsbeiträge. für ausübende Mitglieder auf 60 h pro Monat beschlossen, dagegen wurden die mit K. 5 festgesetzten Beiträge der unterstützenden Mitglieder in dieser Höhe gelassen. Die für das kommende Jahr erfolgten Neuwahlen ergaben folgendes Resultat: Friedrich Löw — Obmann, Emil Musserl — Obmannstellvertreter; ferner Richard Bobasch — Turnwartstellvertreter, Dawid Frankl — Zeugwart, Hugo Honig - Tuniwart, Robert Kien — Schriftführer. Julius Klein — Kassierer, Gusta\ Altar, Josef Grabscheid — Revisoren. Stettin. Jüdischer Turnverein. Unser Verein veranstaltete ant 21. MJ.rz