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Jüdische Turnzeitung · 1908-04-01 · 4 (4.1908) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
9 (1908)
Issue
4 (4.1908)
Date
1908-04-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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No. 4 67 zubereiten." Am geeignetsten hierfür erscheint ihm die Stadt Tarnopol, welche jede Oewähr für das Gelingen eines solchen Unternehmens leistet. Wahrscheinlich dürfte der Turntag im Monat Juni in Tarnopol stattfinden. Schauturnen. Das sich an die Beratungen anschliessende Schauturnen gestaltete sich zu einem glänzenden Erfolge unserer Turnsache. Der Lemberger Verein hat sich damit den ersten und ehrenvollsten Platz unter den Jüdischen Vereinen der Stadt erobert. Hatte man die ersten Ankündigungen mit grosser Skepsis und höhnischem Lächeln aufgenommen, so gaben der spätere Beifall des Publikums und das Lob von fachmännischer Seite denen recht, die mit frischem Mut das schwierige Werk begonnen und mit zäher Ausdauer zu schönem erfolge geführt hatten. Eine grosse Zahl Neuanmeldungen aktiver und unterstützender Mitglieder sowie eine namhafte Spende des Herrn David Schönfeld kennzeichneten äusserlich den Erfolg des Tages. Ein überaus zahlreiches Publikum füllte den Saal und die Qalerle des Vereins „Jad Charuzim" bis auf das letzte Plätzchen. Den Abend eröffnete der Obmann des Vereins, Israel Zinn, dessen unermüdlicher Tätigkeit der Verein seinen jetzigen Blütestand vorzugsweise verdankt. In einer markigen und kraftvoll gehaltenen Rede schilderte er die Bedeutung der physischen Körperübungen für die Regeneration des Jüdischen Volkes. Er führte aus, dass die Turnidee so recht geeignet sei, die gesamte Jüdische Jugend ohne Rücksicht auf Stand und Beruf zu einen, und mit hohen nationalen Idealen zu durchdringen, und richtete an die Anwesenden einen warmen Appell, dieser lebensnotwendigen Institution des jüdischen Volkes mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Dann marschierten 22 st. äffe Turner, mit lang andauerndem Beifall begrüsst, in den Saal. Besonders herzlicher Applaus galt einem Turner, der durch sein Äusseres auffiel. Es war dies ein junger Mann aus den orthodoxen Kreisen der Stadt. Die tiefschwarzen Schläfenlocken (Peies) gekräuselt, stolz und selbstbewusst, voll Energie und Strammheit, marschierte er in den Reihen der Turnenden. Es ist unserm Verein gelungen, eine grössere Anzahl orthodoxer Jünglinge zu gewinnen und ihre Zahl wächst von Tag zu Tag. Sie fühlen sich in unserm Vereine, wo die studierende Jugend in überwiegender Majorität vorhanden ist, sehr heimisch. Wir hoffen, unter der orthodoxen Jugend immer mehr Anhänger zu gewinnen und gerade in den Kreisen die Turnidee verbreiten zu können, für die systematisches Turnen am notwendigsten ist. Besonders dieser Umstand hat uns die Sympathie des Publikums gewonnen. Die Freiübungen in fünf Bildern unter Leitung unseres Präsidenten .Zinn, aus Bein- und Armbewegungen mit Wendungen bestehend, sind tadellos ausgefallen. Das Publikum hat den Eindruck gewinnen müssen, vor sich einen Mann tätig, einen Oeist, einen Willen in 22 Körpern wirken zu sehen. Oleich gute Leistungen wiesen die Übungen am Barren unter Leitung des Turngenossen Körner auf, bei denen sich unser Turnbruder Manner besonders auszeichnete. Die Pyramiden am Barren und am Pferd waren in turnerischer wie auch In ästhetischer Beziehung einwandsfrei und bildeten zweifellos den Olanzpunkt des Abends. Die Spitze der Pyramide bildete der l'urnbrudcr Mensch, der sich durch Haltung und Oewandtheit sehr hervortat. Schwächer waren die Übungen der Mädchenriege ausgefallen, was auf den Umstand zurückzuführen ist, dass wir zu Junges Turnmaterial hatten, dem bisher keine Gelegenheit geboten war, sich vor dem Publikum zu zeigen und das beim ersten Auftreten etwas befangen war. Den Abschluss des .Abends bildeten die Reckübungen unter Leitung des

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