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Jüdische Turnzeitung · 1908-03-01 · 3 (3.1908) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
9 (1908)
Issue
3 (3.1908)
Date
1908-03-01
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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No. 3 51 Ich hoffe und wünsche, dass meine Worte jene Wirkung erzielen, die sie beabsichtigen: ein regeres, strammeres, eifrigeres Leben am Platze hervorzurufen. Ich gebe allerdings zu, dass bei dem neuerlich sich bemerkbar machenden Mangel an Vorturnern insbesondere den jüngeren Turnern die nötige Anregung fehlt, doch kann ich nur wieder und wieder sagen, dass jeder der besseren Turner am Platze gern bereit ist, beim Kürturnen den schwächeren Turnbrüdern helfend zur Seite zu stehen, dass sich ferner niemand vergebens an mich wenden wird. Im abgelaufenen Vereinsjahre war es mir infolge Zeitmangels nicht möglich, eine Vorturnerstunde abzuhalten. Im laufenden Jahre wurde ein Kursus zur Heranbildung von Vorturnern aktiviert und ich hoffe, dass aus demselben tüchtige, dem Vereine innig ergebene Vorturner erspriessen werden. Das Kinderturnen wurde im Veieinsiahre 1905—06 von Herrn Prof. Max Guttmann geleitet. Eigenes Schauturnen hatten wir im Turnjahre 1905—06 nicht, doch beteiligten wir uns mit ca. 40 Turnern am Verbands-Schauturnen, das gelegentlich des 3. jüdischen Turntages im Saale des Arbeiterheims im X. Bezirke abgehalten wurde. Im Kürturnen standen Vir hinter den auswärtigen Gästen, die ja Gelegenheit haben, auch in deutschen Turnvereinen zuzulernen, etwas zurück: doch leisteten unsere Riegen hübsche und korrekte Arbeit, und die allgemeinen Stabübungen wurden von unseren Turnern derart stramm und exakt ausgeführt, dass der Kritikus in der „Jüd. Turnzeitung", der derartiges wohl noch nie erzielt hat, diese Ausführung als „Drill" bezeichnete*). Die Leitung der in der „JRd. Turnzeitung" besprochenen Vorturnerstunde lag in meinen Händen. Der Verlauf derselben wurde durch den zugelassenen Besuch zahlreicher Gäste wesentlich beeinträchtigt; ich behalte mir vor, für die Abhaltung der nächsten Vorturnerstunde zum betreffenden Zeitpunkte geeignete Vorschlüge zu machen. Einen vollen und unangezweifelten Erfolg hatte unsere, gelegen 11 i ch der Vorturn erstünde am Barren turnende Riege der Damen; es ist ausser Frage, dass dieses Turnen bahnbrechend für die Damen- Abteilungen unserer Brudervereine wirken wird. Eben solchen Beifall fand der von mir zusammengestellte und von 16 Turnerinnen des Vereins vorgeführte Tanzreigen. Wer die Erinnerung daran auffrischen will, lese den entsprechenden Artikel in der „Jüd. Turnzeitung". Die Leitung der Sektion „Jung J u d a" veranstaltete regelmässiic allwöchentlich Turngiinge, die sich einer lebhaften Beteiligung erfreuten und die es überflüssig machten, dass seitens der Vereinsleitung an die Veranstaltung eigener Vereinsausflüge geschritten wurde. Die Leitung der Sektion wird es gewiss nicht unterlassen, die Anzahl sowie die Ziele und Teilnehmerzahlen der einzelnen Turngänge gehörig zn verzeichnen und in ihrem Archiv zu verwahren. Wie alljährlich, war ich auch im vergangenen Jahre von Mitte Juli bis Mitte September beurlaubt. In die Leitung des Platzes teilten sich für diese Zeit die Herren Felsenburg und Philipp Pollak. Wenngleich der Löwenanteil Herrn Pollak zufiel, kann Ich es doch nicht , unterlassen, beiden Herren im gleichen Masse den Dank des Vereins auszusprechen. Ich hoffe und wünsche, dass beide Heircn auch in Hinkunft dem *) Unter .Kritikus" Erich Barin hat (eine Ansicht hierüber in dem Artikel «Drill oder Uebung in unsern Turnvereinen?« ausfuhrlich begründet. (O. Red.)

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