Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 9 (1908)
- Issue
- 3 (3.1908)
- Date
- 1908-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 3 bisher wurde gerade darüber Klage geführt, dass man „oben" durch Geldheiraten zu international würde.) Vom Judentum fürchtet Dr. Lehmann besonders grosse Üefahr, mehr als von den beiden anderen „Feinden des Deutschtums", denn er sagt von ihm: „Wenn wir aber nicht das Auge hell, den Arm stark und den Schwertstahl scharf halten, dann wird uns ein dritter Feind vernichten, der in unserer Mitte gar prächtig gedeiht, den wir zärtlich züchten und der sich zu seiner Zeit entpuppen wird als das, was er ist, als der Wolf im Schafsfell!" — Bitter klagt er weiter: „Wer es heutzutage, wenn auch im noch so vertrauten Kreise, unternimmt, Ansichten fifr das Judentum und seine Bedeutung für uns zu entwickeln, die nicht in einen Lobgesang auf die Hebräer, oder mindestens in das berühmte „Es gibt doch auch sehr nette Juden" ausklingen, der läuft gar leicht Gefahr, als komischer Alter oder als absichtlicher Krakehler angesehen zu werden. Eine geradezu ängstliche Spannung bemächtigt sich des deutschen Gemüts, wenn sich jemand erkühnt, in Gegenwart eines Juden das Wort „Jude" in den Mund zu nehmen. Fussmahnungen unter dem Tisch sind das mindeste." Beiläufig bemerkt, der Herr Verfasser muss in sonderbarer Gesellschaft heimisch sein; aber seine Ehrlichkeit sticht wohltuend ab. Im übrigen folgt die in antisemitischen Blättern übliche politische Beweisführung und eine schroffe Aufforderung zum Kampf gegen das Judentum. — Für uns, als national jüdische Turner, kann der Aufsatz nur ein literarisches Interesse haben; denn aus seinen wenigen Wahrheiten haben wir schon längst die Konsequenzen gezogen. Wir möchten aber wohl tragen: Ihr Juden in der Deutschen Turnerschaft! Wie lange noch? Sind wir symmetrisch gewachsen? Von Dr. med. Feld- Berlin. Die Svmmetrie des erwachsenen menschlichen Körpers wurde von jeher, namentlich von den Künstlern, als ein unumstössliches Dogma hingestellt. Neuere anatomische Untersuchungen haben jedoch ergeben, dass dies nur ein Hirngespinnst ist. Es wurden nämlich an 5141 Soldaten der verschiedensten Truppengattungen genau vergleichende Messungen des Körpers vorgenommen. Der Militärstand liefert ja entschieden das geeignetste Material hierzu, da die Soldaten schon als eine Auslese aus der Bevölkerung bezeichnet werden müssen. Das Ergebnis war folgendes: bei den meisten waren zunächst die Beine und Arme unter sich verschieden lang, und zwar war gewöhnlich von den,Beinen das linke, von den Armen der rechte länger. Es hatten von den 5141 Mann: ungleiche Armlängen 82',;, gleiche Armlängen 18^, Beinlängen 68%. .. Beintangen 32%. grössere Armlänge links 9%. grössere Armlänge rechts 75%. Beinlänge .. 52%. ., Beinlänge „ 16%. Natürlich gibt es bedeutend mehr Rechtshänder als Linkshänder; es waren nämlich