Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 9 (1908)
- Issue
- 1 (1.1908)
- Date
- 1908-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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No. I 13 Männern waren 3 33 pCt. Juden, unten den Frauen 1 2,3 pCt., während die Juden nur 1 pCt. der Bevölkerung bilden. Die starke Differenz zugunsten der Juden, besonders bei den Männern dürfte, wenn man aus den kleinen Zahlen Schlüsse ziehen darf, auf die geringe Verbreitung des Alkoholismus unter den Juden zurückzuführen sein, während bei den Frauen, der Alkoholismus überhaupt viel seltener vorkommt, so dass ein so grosser Unterschied zugunsten der Jüdinnen nicht statthaben kann. Hoppe. Ivriab. Diese Woche fand in Petersburg eine konstituierende Versammlung des Bundes der hebräischen Sprach-Vereine „Ivriah" statt. Bis jetzt war den Vereinen eine gemeinsame Tagung nicht gestattet worden. Nun hat der Petersburger Verein eine offizielle Erlaubnis zur Begründung von Zweigvereinen in Russland bekommen. Daraufhin wurde eine Delegierteu- '■ersammlung aus allen Stfidten einberufen, in denen bisher vereinzelte kleine Gruppen existierten. Die Versammlung war stark besucht. Der bekannte Schriftsteller Dr. Katzenelsohn (Buki ben Jogli), der Schriftsteller Epstein u. a. hielten Referate. Es ist zu erwarten, dass der neue Bund der Verbreitung der hebräischen Sprache unter den russischen Juden und der bis jetzt arg unterdrückten hebräischen Presse sehr von Nutzen sein wird. Amerika, (irosse Aufregung herrscht wegen eines Oesetzentwurfes, welchen der Senator Lotimar aus North-Carolina als Amendement zum bestehenden Einwanuerungsgesetz im Kongresse eingebracht hat. Dieses „Amendement" enthalt folgenden Passus: „Auch soll jenen Personen die Landung verweigert werden, w elche nicht im Besitze eines Zeugnisses ihrer Heimatsregierung sind, dass sie niemals wegen eines Verbrechens oder Vergehens verurteilt oder angeklagt waren, das geeignet wäre, einen Schatten auf die Moral des Emigranten zu werfen." Schliesslich wird beantragt, dass von einem Lande oder einer Nationalität nicht mehr als 50000 Einwanderer jährlich in die Vereinigten Staaten hereingelassen werden sollen. Die Bedeutung dieses Gesetzes für die jüdischen Emigranten liegt klar auf der Hand. Da in dem Gesetzentwürfe ein sogenanntes Wohlverhaltungszeugnis aus der alten Heimat verlangt wird, so wäre für den Fall, dass Lotimars Antrag angenommen würde, kein russischer Jude, der aus politischen Gründen seine Heimat verlässt und sicherlich kein Wohlverhaltungszeugnis mitbringen kann, mehr imstande, nach Amerika zu kommen. Aber noch schlimmere Folgen könnte der Schlussantrag in dem Amendement für die Juden haben. Die Statistik der letzten'Einwanderungsjahre weist ISO 000 jüdische Einwanderer pro Jahr aus. Die meisten kommen aas Russland. Was soll dann mit diesen Ärmsten geschehen? — Die Nachricht von der Einbringung dieses Antrages, der, wie die „Newyorker Wahrheit" meldet, sogar schon die zweite Lesung passiert haben soll, hat in den Kreisen der eingewanderten Juden, die immer hoffen, ihre in Russland zurückgelassenen Angehörigen herbeizubringen, grosse Bestürzung hervorgerufen. Bücher und Zeitschriften. Hygienische Winke von .1. P. Müller, Verfasser von „Mein System". Mit 29 Illustrationen. Verlag Tilges Buchhandlung, Kopenhagen: Auslieferung nur bei K. F. Koehler, Leipzig, 1907. Gr. 8°. 204 Seite«. Ein buntes, interessantes Buch, das von der Intelligenz und dem selbständigen Denken des Verfassers zeugt, der als Laie über hygienische Fragen anregend und fesselnd spricht. Uber Bekleidung, Licht-Luftbader, Abhärtung. Gymnastik, die Kunst zu essen und unter anderem Uber Blinddarm-