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Jüdische Turnzeitung · 1908-01-01 · 1 (1.1908) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
9 (1908)
Issue
1 (1.1908)
Date
1908-01-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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2 No. Am einfachsten wird die Orientierung dann sein, wenn eine zuverlässige Karte und ein Kompass zur Hand sind. Aber auch dass Kartenlesen ist eine Kunst, die gelernt sein will. Der Wert einer Karte richtet sich nach dem Massstab, der Art Ihrer Entstehung und Darstellung. Die vom Staate bearbeiteten Blatter sind zwar die teuersten, aber auch die besten. Besonders wertvoll ist es für den Wanderer, wenn die Buchstaben und Nummern der Gestelle bezw. Jagen eingetragen sind. Die Nummern dreier aneinander stossender Gestelle ermöglichen es im Forst, einen Punkt ohne Kenntnis der Himmelsrichtungen zu bestimmen. Für grössere Abschnitte ist der Massstab 1: 50000 ausreichend. — Bei der Benutzung des Kompasses muss man berücksichtigen, dass der magnetische Nordpol eine kleine Abweichung vom geographischen aufweist, die auf dem Kompassblatt vermerkt ist. Auf ersteren richte man das blaue Ende der Magnetnadel, auf letzteren die Senkrechte des Kartenblattes. Bei Nacht ersetzt uns der Polarstern, der hellste Stern im „Kleinen Bär", den Kompass. Er steht unter unserm Himmelsstrich genau im Norden und ist aufzufinden, indem man die Hinterachse des Wagens („Grosser Bar") fünfmal um sich selbst verlängert. Die Himmelsgegenden lassen sich auch sehr einfach mit Hilfe der Taschenuhr bestimmen. Fühlt man noch irgendwelche Wahlverwandtschaft mit Coopers Lederstrumpf, so wird ohne Zweifel ein vergleichender Blick auf den Stand der Sonne und die Taschenuhr genügen, hat aber die Grossstadtkultur diesen Instinkt bereits ertötet, so halte man die Uhr so, dass der kleine Zeiger in der Richtung der Sonne zeigt. Dann ist Süden genau in der Mitte zwischen dem kleinen Zeiger und der 12, vormittags nach vorwärts, nachmittags nach rückwärts gelesen (trifft in Ländern mit mitteleuropäischer Zeit allerdings nicht mehr vollkommen zu). Von altersher bestimmt man die Himmelsrichtung nach der Moosseite der Bäume; weil diese jedoch mit der Bodengestaltung (Lage der Talöffnung etc.) wechselt, ist es kaum ratsam, eine Richtung danach einzuschlagen, zum Festhalten des Weges ist sie indessen ganz brauchbar. Das gleiche gilt von den an Baumstümpfen kenntlichen Jahresringen, die gewöhnlich nach Norden drangen. Alte Kirchen sind mit den Türmen im Westen erbaut, bei Bockwindmühlen zeigen die Balken des Fussgestells nach den vier Himmelsrichtungen, und was dergleichen Richtpunkte mehr sind. Ueberhaupt muss man ohne Karte in unbekanntem Gelände, etwa ia

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