Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 8 (1907)
- Issue
- 11/12 (11.1907)
- Date
- 1907-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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193 Allerdings, man muss es verstehen, dem Volke zu Herzen zu reden, wie es Makkabi verstand. Man darf die kleinen Hindernisse in der Volksseele nicht so von oben herab und so seitwärts nehmen wollen. Man muss kräftig in sie untertauchen, wie ein herzlicher Freund sich in sie einnisten. Doch das kam mir erst am Abende des reichen Tages in den Sinn, als ich zu den Juden von Tarnopol zu sprechen hatte. Und da sagte ich es, führte aus, was ich hier nur andeute. Und war damit über das Makkabäische heraus zur Frage des ganzen Judentums gelangt. So sollten wir es aber immer halten, nicht zum mindesten in den Makkabäertagen selbst. 10 turnerische Thesen. Von Fritz Abraham. I. Das deutsche Turnen wurde aus der nationalen Tendenz geboren, und nur in der Tendenz wurzelnd haben Turnvereine Lebenskraft und Daseinsrecht. II. Das Turnen ist keineswegs gesundheitlich das absolute Ideal der Leibesübungen. Es wurde als einender, vereinsbildender Faktor geschaffen, da der nationale Einheitsgedanke nur in nationalen Vereinen propagiert werden konnte. III. Für den Turnbetrieb ist die Vereinsgründung notwendige Voraussetzung. Bei anderen, gesundheitlich vielleicht gleichwertigen Uebungen trägt sie leicht den Keim sportlicher Entartung in sich. IV. Der höchste Schatz des Freien ist Selbstvertrauen. Durch Körperübung mehrt er nicht nur seine Kraft, er wird sich ihrer auch erst voll bewusst. V. Turnvereine sind Freiheitsschulen: Der Turner dem Turner gleichgestellt, ehrt sich im Gehorsam gegen den erwählten Leiter.