Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 8 (1907)
- Issue
- 10 (10.1907)
- Date
- 1907-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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184 No. 10 Vermischtes. 2. Internationaler Kongresa für Schulhygiene in London. Aus der Fülle des Gebotenen zeigen sich vier Hauptpunkte als feststehendes Ergebnis des Kongresses. Erstens: Die Schule kann ohne die Mitarbeit des Arztes nicht auskommen. Zweitens: Der körperlichen Erziehung unserer Kinder muss ein grösserer Platz eingeräumt werden. Drittens: Wir müssen mit der einseitigen Belastung des Gedächtnisses aufhören, Gegenstände, nicht Worte müssen bei der Belehrung die Hauptrolle spielen. Und viertens: Lehrer und Schulkind bedürfen einer gründlichen Unterweisung in der Hygiene. Die ratsame Dauer der Unterrichtszeiten kann noch nicht in objektiver, sicherer Weise festgelegt werden. Man kann, die nötigen Pausen vorausgesetzt, als annähernd richtige Mitteiniasse die folgenden betrachten: Vom 7. bis 10. Jahre Unterrichtsstunden von 15 bis 30 Minuten, vom 10. bis 14. Jahre von 30 bis 45 Minuten, und nach dem 14. Jahre von 1 bis W2 Stunden. (In Frankreich sind im allgemeinen längere Unterrichtszeiten üblich als bei uns.) Als Grenze der Tagesarbeit haben wir zu betrachten: 6 Stunden vorn 7. bis 12. Jahre, 7 Stunden vom 12. bis 15. Jahre und 8 Stunden nach dem 15. Jahre. Der Frags der Fürsorge für körperlich oder geistig geschädigte Kinder, der irgendwie mit Fehlern oder Krankheiten behafteten, so namentlich auch der an Zahnkrankheiten leidenden Kinder wurde lebhaftes Interesse entgegenbracht. Was die körperliche Erziehung anbetrifft, so kam man zu der Anschauung, dass systematische körperliche Uebungen und Spiele nebeneinander gepilegt werden müssen. Deutlich trat im allgemeinen eine Bevorzugung des schwedischen Turnens zutage. Auch fand Referent in mehreren höheren Mädchenschulen, die er besuchte, die schwedischen Turngeräte. Die Notwendigkeit einer geeigneten Turnkleidung für die Mädchen wurde betont. In der Frage der körperlichen Erziehung, hiess es allgemein, sei viel zu bessern. Namentlich müssen auch Lehrer und Lehrerinnen eine giündliche Ausbildung erhalten und Uber den Wert und Unwert der verschiedenen Uebungen und Spiele für den kindlichen Körper unterrichtet sein. Ferienkolonien kommen in allen Ländern mehr und mehr in Aufnahme. Mrs. Humphry Ward, die berühmte Schriftstellerin, berichtete über ihre Ferienschule für die Aermsten aus dem Osten Londons. Später besichtigte man diese Schule, in der täglich 500 Kinder zu Spiel und Arbeit versammelt und so dem Schmutz der Strasse entzogen werden. Fürs praktische Turnen. Reck (reichhoch, aus dem Seitstand, nach Zahlen, für Unteritufe). I. 1. Sprung in den Seitstreckhang ristgrilft 3. Vorheben der Beine zur Waghalte 3. Spreizen 4. Schlieaaen 5. Senken 6. Ab. II. 1. Sprang in den Seitstreckhang riatgr. (an der linken Seite) a. Drehung rechta um die Lkngenachae mit Uebergreifen der linken Hand Zwiegriff (rechta Kamm-, linka Ristgriff)