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Jüdische Turnzeitung · 1907-09-01 · 9 (9.1907) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
8 (1907)
Issue
9 (9.1907)
Date
1907-09-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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16« No. 9 Schaffung von Schwimmgelegenheit, die Anstellung von Turnlehrern und die Veranstaltung von Spielfesten an vaterländischen Gedenktagen. Hieran schloss seih ein Referat des Oberlehrers Dr. Burgass, rilberield, über „W interliche Leibesübungen in freier Luf t"; im Winter seien Leibesübungen noch dringender nötig als im Sommer; der Redner versteht unter den winterlichen Leibesübungen ausser verschiedenen Spielen insbesondere: das Schlittschuhlaufen, Schlittenrutschen oder Rodeln, einschliesslich des R e n n w o 11 - i a h r e n s, und das Schneeschuhlaufen. Über die beiden Vorträge fanden eingehende Debatten statt. In den Nt-benräumen des Versammlungssaales war eine reichhaltige Ausstellung von Spiel- und Sportgeräten, sowie einschlägiger Literatur veranstaltet. Am Nachmittage des ersten Kongresstages fand ein allgemeines Spielen sämtlicher Schulen, sowie der Lehrer und Lehrerinnen Strassburgs statt. Am zweiten Tage sprach noch Stadtschulrat Prof. Otto Lyon, Dresden, über „Volks- und Jugcndspiele, eine Aufgabe der Stadtverwaltungen", der Einrichtung von Spiellehrkursen, Unterstützung von Spiel- und Turnvereinen, Schaffung ausreichender Spielplätze (6—8 ha auf 100 000 Einwohner), Einführung des obligatorischen Spielnachmittags und Inszenierung von Spielfesten fordert. Den Schluss bildete der Vortrag des Regierungsrates Domenicus, Strassburg: „Wie kann man die Arbeiterschaft für die. Spielbewegung interessieren?" Der deutsche Arbeiter interessiere sich im Qegensatz zum englischen nicht für das Spiel im Freien. Dafür seien einerseits die Organisation der sozialpolitischen Versicherung, andererseits die Oewerkschaften zm erobern; Staat und Gemeinden müssten das ihrige beitragen. Nach diesen Referaten und den ihnen folgenden Diskussionen wurde der Kongress geschlossen. Am Nachmittage fanden wieder Spiel- und Sportvorführungen statt. Zur körperlichen Hebung der Juden. (Aus der „Jüdischen Rundschau".) Das von Isidor Wo I f f - Berlin am III. Jüdischen Turntag in Wien gehaltene Referat „Die Verbreitung des Turnens unter den Juden* hat nicht nur in den beteiligten Turnerkreisen, sondern auch bei vielen Aussenstehenden Sympathie und Zustimmung gefunden. Gerade wir Zionisten, die wir am besten die Schwachen und Fehler der Juden beseitigen wollen, müssen uns zunächst verpflichtet halten, für eine körperliche Gesundung im jüdischen Volke einzutreten. Denn nur durch eine aufrechte und physische Selbstindigkcit kann das innere Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen geweckt werden. Ich stehe ganz auf dem Standpunkt des Herrn Wolff, dass wir hier von einem weitsichtigen Gesichtspunkte aus vorgehen müssen und jede parteipolitische Agitation fortfallen muss. Alle jodischen Kreise, selbst die Assimilanten, müssen zur jüdischen Turnersache verpflichtet werden. Et steht nur die Frage offen, wie wir solche Fernstehenden herbeibekommen. Da muss zunlch't ausser dem mehr demokratischen Turnen anderer Sport getrieben werden. Kleinere Kreise müssen sich zu Ruder-, Schwimm-, Tennis- und weiteren Sportvereinen, die nur von Juden begründet und in denen nur Juden aufgenommen werden, zusammentun. Natürlich soll die Initiative stets von national-jüdisch gesinnten Sportimen ausgehen und von vornherein das Jüdische betont werden. Es wird sich dann eine selbsttätige Entwicklung zum National-Judentum einstellen, und ich bin der Meinung, dsss diese Gesinnung die Vorstufe zum Zionismus ist. Viele junge Kräfte würde der Zionismus gewinnen, und ich glaube bestimm', dass bei richtiger Organisation der kleinen Vereine, gerade die reicheren Juden herangezogen werden würden, die uns und dem Judentum unbedingt erhalte" bleiben müssen. Wie aus dem Referat des Herrn Wolff ersichtlich, soll in jedem Staat ein Ausschuss gebildet werden, der sich mit der Bildung von Sport- und Turnverein«"

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