Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 8 (1907)
- Issue
- 8 (8.1907)
- Date
- 1907-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
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No. 8 149 Hornisten und zwei Tambours) ausgeführten Marschmusik ging es nun weiter durch die herrliche seenreiche Duberow. Da zeigte es sich, wie wenig die Turnerfreundschaft die für die Abteilungen gegebene Altersgrenze achtet und dass überall die leider nur so selten gebotene Gelegenheit freudig ergriffen wurde, das freundschaftliche Verhältnis zwischen Männern und Lehrlingen zu pflegen und festigen. Gegen Mittag lud uns der Hölzerne See zum Bade. Nur ganz wenige lehnten die freundliche Einladung, der das prächtige Wetter noch besonderen Nachdruck verlieh, ab. Leider sind unter unseren Turnern noch viel zu viel Nichtschwimmer. Das muss anders werden! Das Schwimmen ist dem Turnen notwendige Ergänzung. Das sah auch Jahn ein! Nützt den Spätsommer, das Versäumte nachzuholen! Bald hatte sich eine kleine Mannschaft gebildet, die den See durchschwamm, am anderen Ufer sich durch einige Freiübungen erwärmte und dann an den Ausgangspunkt zurückkehrte. Überhaupt war es eine Freude, zu sehen, wie überall, wo sich eine Gelegenheit bot, mochte es sich um eine Schwimmleistung, emen eingelegten Dauermarsch oder Nacktgymnastik handeln, sich jedesmal eine junge Mannschaft zusammenfand, um ihre überschüssige Kraft zu betätigen. Dann gings nach Gross-Köris. Dort Mittagessen, gut und reichlich. Dann zur Vesperrast nach Teupitz. Nun trennte man sich: Die Männer setzten in Booten nach Tornows Idyll über, während die Lehrlinge nach einem fci frischenden Bade den Weg zu Fuss zurücklegten. Nach einer kurzen Besichtigung der reizvollen Anlage kehrte man um, um auf gleichem Wege den Bahnanschluss in Gr.-Köris zu erreichen. Da die Zeit drängte, fand sich eine Eliteschar von 20 Lehrlingen, die sich ein Abendbrot vor der Bahnfahrt nicht entgehen lassen wollten und den Weg (7,5 km) im Dauermarsch (1 Stunde) zurücklegten. Bald nach ihnen trafen auch die übrigen Lehrlinge und die Männerabteilung am Bahnhof ein. Leider hatte tagsüber die Teilnehmerzahl der Mänerabteilung stark abgebröckelt, so dass ein jeder der heimwärts fahrenden Züge einige Turner in die Berliner Luft zurückführte und nur 15 Mann ganz durchhielten. Ganz anders stand es bei den Lehrlingen, deren Marschleistung (57 km) die der Männerabteilung um 5 km übertraf: 36 waren am Sonnabend hinausgezogen, und 36 trafen Sonntags mit dem gleichen späten Abendzuge in Berlin ein. Am Montag konnte man sie in der Weissenburgerstrasse in ungeminderter Anzahl turnen sehen. F. A. Von der Leitung der Turnfahrt wird über Disziplinlosigkeit in den Männerabteilungen heftige Klage geführt. Wir hoffen, dass das ein Einzelfall bleibt, dessen sich die Schuldigen schämen. Jüdischer Turnverein Stettin. Am Sonnabend, dem 6. Juli, fand unsere diesjährige 2. ordentliche Hauptversammlung statt. Das Ergebnis der Wahlen war folgendes: 1. Vorsitzender Max Cohn, 2. Vorsitzender Gustav Brandt, Schriftführer M. Simon. Kassierer L. J u t k o w s k y , 1. Turnwart M. Z i 11 w i t z, 2. Turnwart M. Badenski, Revisoren .1. Götze, F. G o 1 d m a n n. Da die Herren M. Simon und M. Zittwitz ihr Amt niederlegten, beraumte der Vorstand eine ausserordentliche Hauptversammlung ein, welche am Sonnabend, 13. Juli stattfand. Für Herrn M. Simoni als Schriftsührer wurde Herr A. Simoni. für den 1. Turnwart M. Zittwitz wurde Herr M. Raden ski und für die dadurch freigewordene Stelle des 2. Turnwarts Herr L. Qlasmann gewählt. Anlässlich des sich jährenden Todestages Theodor Herzls fand eine Gedenkfeier statt. Herr Dr. med. Gerson Plöde, welcher die Güte gehabt hatte, das Referat zu diesem Abend zu übernehmen, wusste die Bedeutung Herzls für das Judentum in meisterhafter Weise zu würdigen. Herrn Dr. Plöde. welcher in wahrhaft uufopferungswürdiger Weise sich wie so oft bereit-