Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 8 (1907)
- Issue
- 7 (7.1907)
- Date
- 1907-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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137 denen sich ganz besonders der Schriftführer Moritz Lamberg ausgezeichnet hat, für ihre reiche Mühewaltung wie für die bewiesene glänzende Gastfreundschaft namens der Oäste und der Turnerschaft dankt. Darauf schliesst der Vorsitzende mit einem brausenden Hedad den 3. Jüdischen Turntae. Turnerisches vom Verbandstage. Das grosse Schauturnen am Vorabende der Wiener Tagung war nicht das einzige turnerische Ereignis, das Registrierung verdient. Weniger glänzend nach aussen, aber vielleicht nur umso wertvoller nach innen stellte sich eine zweite Veranstaltung dar, die Verbands-Vorturnerstunde. In der Halle des I. Wiener .). T. V. traten 24 Vorturner an, fast durchweg stramme, hochgewachsene Gestalten. Die schwierigen einleitenden Freiübungen des Verbandsturnwarts Dr. Blum (Thema: Beinhebeu mit Rumpfbeugen und Armtätigkeit) mit einer Folge wohlberechneter Finessen brachten manchen Gipfelturner ins Wanken, zeigten aber in ihrer improvisierten Darstellung ein gut durchgebildetes Material. Das Gerätturnen am Reck, Pferd und Barren stand unter der Leitung von Turnlehrer P o 11 a k. Zur Demonstrierung eines streng systematischen Aufbaues waren am Reck Übungen für leichtere Mittelstufe in den mannigfachen Formen des Kniehanges gewählt, die etwas Bekanntes in recht anregenden neuen Verbindungen brachten. Am Pferd (Hinterspriinge) wurde mehr praktisches Können verlangt, erst ein paar mutige Riesenspriinge als Grätsche und Hocke, dann Scheerc nach beiden Seiten und zuletzt der wenig gesehene Katzensprung. Hier bildeten sich schon in den Fähigkeiten Abstufungen, noch mehr aber am Barren, als nach einer gefälligen Lektion für zweite Riegen, der beliebten Gruppe Rolle-Kippe, Turnwart Meyer-Köln vier interessante Aufgaben für erste Mannschaften in ebenso erschöpfender Weise wie tadelloser Vorführung behandelte. Vorher gab es noch eine besondere Überraschung, eine Barrenriege der Wiener Frauenabtellung. Man weiss nicht, ob man mehr staunen .soll über die männliche Schneidigkeit der Turnerinnen oder über die Schwierigkeit ihrer männlichen Übungen. Die Vorturnerstunde wird uns mehr als eine schöne Episode und ein lehrreicher Übungsabend sein; sie hat nicht nur unsere Vereine zum ersten Male turnerisch näher gebracht, sondern auch bewiesen, wie nötig praktischer Austausch und vergleichende Bildung des Stoffes sind. Leider konnte eine Besprechung der Vorturnerstunde im Anschluss an dieselbe nicht stattfinden. Das war sehr bedauerlich, da wichtige Fragen, wie Turnsprache, Entwicklung der Übungen und Hilfeleistung, der gegenseitigen Aufklärung bedurften. Aber abgesehen hiervon hat sie den gedachten Zweck vollkommen erreicht und sich als ständige Institution für die Zukunft gesichert. Mitteilung der Redaktion. Wegen Raummangels müssen die Rubriken: „Aus der jüdischen Turnerwelt", „Bücher- und Zeitschriften-Rundschau", „Vermischtes" und „Fürs praktische Turnen" in dieser Nummer zum Fortfall kommen. Die eingesandten Manuskripte werden, soweit verwendbar, in den nächsten Heften zum Abdruck gelangen.