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Jüdische Turnzeitung · 1907-07-01 · 7 (7.1907) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
8 (1907)
Issue
7 (7.1907)
Date
1907-07-01
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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No. 7 131 Ausssrdem müssen wir mehr das Wetturnen pflegen. Jugendwehre in den Ländern, wo das möglich ist, gründen, ferner Schülerabteilungen, Jünglingsturnvereine, Wanderabteilungen etc. ins Leben zu rufen suchen. Wo bereits jüdische Turnvereine bestehen, müssen Ausländer-Abteilungen nach dem Muster des Bar Kcchba konstituiert werden, damit deren Mitglieder nach ihrer Rückkehr zur Heimat uns Pionierdienste leisten sollen. Wir müssen ferner mit den Studenten mehr Fühlung nehmen, uns u«"«« su. an jedes Semester in Extra-Zirkularen wenden mit der Aufforderung, die entenschaft Gründung jüdischer Turnvereine in die Hand zu nehmen. Wir müssen die grossen Organisationen, die Schulen, veranlassen, auf das Schülerturnen mehr Gewicht zu legen. Die Alliance unterhält allein im Orient und im Norden Afrikas 134 Schulen mit 36 000 Schülern. Baron Hirschs Schulen in Cializien zählen 48 mit 7859 Schülern, die der Ica in Kussland 45, in Rumänien 37. Dazu kommen noch die Schulen des Hitfsvereius. In diesen Schulen und Lehrerseminaren, z. B. des Hilfsvereins in Jerusalem, wäre es ein Leichtes, Turnlehrer auszubilden. Um arbeiten zu können, müssen wir Mittel schaffen. Wir brauchen Beschaffung solche auch insbesondere, um Vereine, die sich allein nicht halten können, dei Mlttel zu unterstützen. An erster Stelle müssen wir mehr inaktive Mitglieder bekommen, die Deutsche Turnerschaft hat ca. 400 000 solcher Mitglieder. Eine Jahressteuer von einer Mark von jedem Turner ausser dem Verbandsbeitrag, der eigentlich nur für die Zeitung bestimmt ist, sollte eingeführt werden. Ferner sollten einmal im Jahr Sammelbogen an alle Vereine zugunsten des Verbandsfonds gesandt werden, auf denen das Publikum nach Belieben zeichnen könnte. Weiter müsste eine Vergnügungssteuer von Veranstaltungen der betreffenden Vereine erhoben werden. Unsere Beziehungen zu anderen Organisationen müssen mehr ge- Die jüdische* pflegt werden. Mit reichen Verwandten kann man ruhig verkehren, wenn Organisation™ dieselben auch nicht ganz unserer Oesinnung sind; denn uns soll es gleich sein, wenn wir einen Klimmzug nach Alliance-System, einen Riesensprung nach Ica-System oder einen Wolfsprung nach zionistischem System machen. Wir dürfen mit keiner Partei zu weit gehen, auch nicht mit den Zionisten; das kann uns schädigen. Wir dürfen es aber ebensowenig mit einer Partei verderben. Wenn wir dann auf rechte Weise um moralische und materielle Unterstützung nachsuchen, werden wir sie auch bekommen. Ich hatte Gelegenheit, mit mehreren einflussreichen Leuten Fühlung "/.ii nehmen, und ich habe mich nicht getäuscht. Am 24. April d. J. hatte ich eine längere Unterredung mit dem Präsidenten der deutschen Konferenz- Gemeinschaft, der „Alliance Israelite universelle", Herrn Geh. Kommerzienrat Goldbergcr. Derselbe versicherte mir vor allem seine grösste Sympathie für die jüdische Turnsache und ermächtigte mich, zu erklären, dass er die Bedeutung der jüdischen Turnvereine sehr anerkenne. Herr Geheimrat üoldberger licss sich mir gegenüber folgendermassen aus: „Ich halte das systematische Turnen, wie solches in Ihren Vereinen Kepflegt wird, für das beste Mittel, um das Kraftbewusstsein des jüdischen Volkes, namentlich auch in meine in Vater- 'ande, zu entfalten. Nur dadurch können die Vorurteile, die Juden seien feige, physisch minderwertig etc. eklatant widerlegt werden." Auf meine weitere Frage, ob unsere Absicht, die weitere Ausgestaltung des jüdischen Turnwesens, wie solche auf dem dritten Turntage erörtert Verden soll, auf moralische und ev. auch materielle Unterstützung rechnen dürfe, äusserte sich Herr Geh. Rat Qoldberger: „Wenn er auch heute noch keine bestimmte Zusage in dieser Sache

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