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Jüdische Turnzeitung · 1907-06-01 · 6 (6.1907) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
8 (1907)
Issue
6 (6.1907)
Date
1907-06-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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No. 6 101 schaftstag abgehalten werden soll. Der Ausschuss wird beauftragt, eine engere Verbindung der örtlich nahe gelegenen Turnvereine desselben Landes oder benachbarter Lander, insbesondere durch wiederholtes Zusammentreten der betr. Obmänner, in die Wege zu leiten. Die Beratung und Beschlussfassung über einen mit Beifall begrüssten Antrag B e r g o f f e n - Graz: „Um eine natürliche Basis für die Einführung des volkstümlichen Turnens in unseren Verbandsvereinen zu schaffen, beantrage ich die Veranstaltung eines Wetturnens, bestehend aus durchwegs volkstümlichen Übungen, im Jahre 1908, evtl. beim nächsten Turntage" wird vertagt und soll mit der Diskussion über das Referat des Herrn Dr. Blum über „Turnen ohne Turnhallen" verbunden werden. Von den mit der Revision der "Kassenführung beauftragten Herren Schmuckler-Köln, Sussmann-Berlin, L. Wessely-Wien ist ein Bericht eingegangen, auf Grund dessen der Kassenführerin Frl. Eger Decharge erteilt wird. Auf Antrag Dr. Werner wird sodann dem gesamten Ausschuss das Absolutorium erteilt und für seine Bemühungen der Dank des Turntages ausgesprochen. (Lebhaftes Händeklatschen.) (Fortsetzung der Verbandsberichte in nächster Nummer.) II. Die Vorbereitungen und Feste. Der Erste Wiener Jüdische Turnverein hat mit der Art seiner Zuriistungen für den grossen Tag sich ein Denkmal in der Jüdischen Turnerschaft gesetzt. Was rührende Hingabe, unermüdlicher persönlichster Eifer fürs Kleine und zugleich Sinn für Schönheit und Wirkung ins Grosse, was angeborene Liebenswürdigkeit und brüderliche Herzlichkeit, was schliesslich eine herrliche, von Natur und Kunst verschwenderisch gesegnete Stadt und eine jüdische Turnerschar unter Aufopferung von Zeit, Kraft und Mitteln, was all das, in seltener Harmonie vereint, zu bieten vermochte, durften die Abgesandten der Jüdischen Turnerschaft in Wien erfahren. Die Stadt, die künftiges Mal die Aufgabe und die Ehre haben wird, als Sammelplatz der Turnerschaft auch unsere Wiener in ihren Grenzpfählen aufzunehmen, wird es nicht leicht haben, ihnen Gleiches mit Gleichem oder auch nur mit Ähnlichem heimzuzahlen. Soviel Eifer, Geschick und Herzlichkeit, als dieser Verein mit diesem Vorsitzenden und diesem Schriftführer allen voran zu stellen verstanden, ist ein Rekord, der schwer zu schlagen sein wird. Ein bestrickend reichhaltiges Programm für die ganze Woche war aufgestellt worden. Schade nur, dass das schauderhafte Wetter der ersten Tage einen groben Strich hindurch machte, und so für die ganze Dauer der Zusammenkunft eine geregelte Folge und eine Gemeinsamkeit im Absolvieren alle der neben der Arbeit uns zugedachten Genüsse zu schänden machte. Welch Janusgesicht zeigt diese Wundermetropoie, diese Riesen-Kleinstadt, dieses Qross-Seldwyla, wie es Bahr genannt hat. Unter strömendem Regen und der Stille des Feiertags fast gähnend reizlos; aber strahlend und funkelnd in buntscheckiger Schönheit und sprühendstem Leben unter dem Lächeln der Sonne. Man muss es erleben, wie das ist, wenn der Maiflieder in Hunderten von Buschkuppen duftet, wenn das feingezackte, zauberhaft leicht in die Luft aufschwebende Gestein der Dome gegen den tiefblauen Himmel sich abhebt, wenn die Fiaker wie aus- und einfliegende Bienen sich tummeln und die feinwelligen Linien jugendlich-graziöser Frauenkörper sich in leicht hüpfendem

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