Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 8 (1907)
- Issue
- 6 (6.1907)
- Date
- 1907-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 6 93 einen Faktor auf Kosten des anderen zurücktreten zu lassen. Sie sind für uns wie Körper und Seele, ein untrennbares Eins. Gegen alle Verkennung klar hat sich herausgestellt, dass unsere Bewegung nur überall da auf festen Grund hat kommen und bestehen können, wo das nationale Bewusstsein als Ausgangspunkt und kulturelles Ziel die Turnarbeit innerlich hob und trug. Aber ebenso klar ist hervorgetreten, dass nur solideste, tüchtigste Turnarbeit uns in der Öffentlichkeit wie in uns selbst die zum Fortbestand und Weitergang notwendige Anerkennung und Achtung schaffen kann. Überall hat die jüdische Öffentlichkeit von unserem dritten Turntag Notiz genommen. Bereits beginnen die Vorurteile zu verschwinden, die früher überängstliche Gemüter, nicht zum wenigsten auch in einflussreichen Kreisen des Judentums, vor der Förderung unserer Sache zurückschrecken Hessen. Man sieht jetzt, wie segensvoll unsere Tätigkeit für die innere und äussere Aufrichtung der jüdischen Massen und für die Wiederherstellung ihrer Ehre in der grossen Welt wird werden können, werden muss. Wir haben alle Hoffnung, dass unser Antrieb von innen vollen Segeltrieb von aussen erhalten wird. Alle Mann auf Deck! Vom dritten jüdischen Turntag steuern wir mächtig vorwärts! Der dritte Jüdische Uurntag. I. Die Verhandlungen. Den Delegierten, die im Kongressbureau zu Wien, jenem Räume, den der Qeist Theodor Herzls zu einem geweihten und historischen gestempelt "at, zusammentraten, um über die tatkräftige Fortentwicklung der physischen Regenerationsbewegung im Jüdischen Volke Rat zu pflegen, war eine schwierige Aufgabe gestellt. Dem umfangreichen Material, dass zur Verhandlung kommen sollte, stand die Enge der Zeit, ein einziger Tag, gegenüber. Unter diesen Bedingungen galt es von vornherein, Uberaus ökonomisch n'it der Zeit zu verfahren. Diesem Bedürfnis diente die inoffizielle Vorbesprechung der Delegierten am Nachmittage des vorangehenden Tages, die möglichst a"e formalen Hemmungen der kommenden Beratung vorweg beseitigen und den genauen Gang derselben festlegen sollte. In Rücksicht auf das an diesem Tage ausgehende Schebuothfest wurde auf der Vorbesprechung kein Protokoll geführt. Die Konferenz verlief glatt und anregend; alle notwendigen Massnahmen wurden prompt erledigt. Hierauf wurde durch Obmann Dr. Werner die ebenfalls auf die Wiener Zusammenkunft einberufene