Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 8 (1907)
- Issue
- 4 (4.1907)
- Date
- 1907-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 4 65 nicht zu sprechen, trotzdem sie sonst gegen uns agitieren. AU die bekannten Argumente unserer Gegner waren aber auch schon im Vortrage selbst erledigt worden. Klar und deutlich wurde gezeigt, warum wir Juden turnen müssen, und warum als Nationaljuden in jüdischen Turnvereinen und nicht unter dem Kreuze. Wenn wir diesmal auch nur einzelne Neuaufnahmen zu verzeichnen haben, so können wir doch freudig feststellen, dass der Besuch unserer Turnstunden nach diesem Vortrage aussergewöhnlich stark ist, hoffentlich bleibt er so. C. B. Posen. Neuer Turnverein. Anfang Februar fand die diesjährige Generalversammlung unter reger Beteiligung statt. Der Jahresbericht 1906 lag gedruckt „vor, und wurden an Hand desselben zahlreiche Wünsche und Anregungen für die Ausgestaltung und Organisation der Vereinsarbeit im neuen Vereinsjahre vorgebracht und eifrig besprochen. Nach einstimmiger Entlastung des Vorstandes erfolgte die Neuwahl. Eine rege Diskussion rief ein Antrag auf Schaffung eines Arbeitsausschusses hervor, welcher die früheren vielen Kommissionen ersetzen soll. Die Einrichtung wurde beschlossen und der Ausschuss hat inzwischen bereits eine rege Tätigkeit entfaltett. Ausserdem wurde eine Resolution auf Einrichtung einer R e i s e k a s s e für das Wiener Verbandsschauturnen einstimmig beschlossen und hoffen wir neben 3 oder 4 Turnern auch einige passive Mitglieder nach Wien delegieren zu können. Mitte Februar fand dann die ordentliche Versammlung der Frauenriege statt, in welcher der neue Vorstand derselben gewählt wurde. Am 9. März fand der erste Turnermarsch statt. Das Ziel desselben war Schwersenz. Der 17. Mörz brachte ein von unserer Damenriege veranstaltetes Ko stUmf est, das in jeder Beziehung einen durchschlagenden Erfolg erzielte. —ib— Samter. Jüdischer Turnverein. Am 16. Februar a. c. feierle der hiesige Verein sein erstes Winterfest. Es wurde durch einen Prolog eröffnet. Darauf hielt Herr Rabb. Dr. Wreschner die Festrede. Hierauf wurden Stabübungen und Turnen am Barren vorgeführt und zum Schluss einige Gruppen gestellt. Sämtliche Vorführungen wurden exakt ausgeführt und von den Gästen mit grossem Beifall aufgenommen. Der weitere Verlauf des Festes war ein recht gemütlicher. Wien. Der „Jüdische Turnverein In Fünfhaus", früher Turnverein »Zion", hatte am 12. Januar d. J. seine ordentl. Generalversammlung abgehalten und einschneidende Änderungen in seinem Wesen erfahren. Unter anderem durch Mietung einer ehemaligen Schulturnhalle. Am 13. März d. J. veranstalteten wir im grossen Saal des Verbandsheimes ein mit turnerischen Vorführungen verbundenes Turnerfest. Zur Vorführung gelangten zuerst durch reigenartige Aufmärsche eingeleitete Frei- und Stabübungen, deren Ausführung allerdings an Exaktheit zu wünschen übrig Hess. Dann folgten Geräteübungen und zwar auf Bock und Barren. Die Ausführung dieser Übungen war entschieden besser; namentlich auf dem letzteren Geräte bot die Riege mit häufigem Beifall ausgezeichnete Leistungen.