Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 8 (1907)
- Issue
- 4 (4.1907)
- Date
- 1907-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 4 63 verkürzt; als Paradegerät trat der Barren hervor, an dem Rolle und Handstehen nach Einsprang zum Streckstütz In tüchtigen Übungen behandelt wurden. Sodann bildete das Musterriegenturnen am Reck den üblichen sensationellen Abschluss der Darbietungen. Das Wagnis vom 17. Mörz ist gelungen; nach einer grosszügigen Propaganda, wie sie der „Bar Kochba" seit seinem Bestehen nie entfaltet hat, traten wir in einem der grössten Säle Berlins einem 3000köpfigen Publikum gegenüber. Noch am Morgen halten die Riesenplakate an den Anschlagsäulen nicht nur das „allgemeine Judentum" beunruhigt, sondern auch in uns einige Beklemmungen hervorgerufen. Und wenn unsere „Gewaltssache" gut ablief und zu einem Ereignis in allen Schichten der Berliner Bevölkerung wuchs, so haben wir es zum grossen Teile der Persönlichkeit zu verdanken, die von derselben Stelle aus, von der Max Nordau vor Jahren die Gemüter entfesselte, eine seiner markanten Reden hielt, Herrn Dr. Franz Oppenheimer. Als Interpret unserer Absichten ergriff er nach dem Aufmarsch der Männerabteilungen das Wort, um den gedrängten Zuschauermassen das in glänzender Form zu sagen, was wir durch die Sprache der Glieder — die „Poesie des Leibes" — ausdrückten: Es sind Juden, die vor Euch stehen. Der Erholung von der Arbeitslast der letzten Wochen diente am Abend ein Kommers, auf dem wir neben S t e 11 i n e r und Halber- Städter Turnbrüdern einen der grossen Unsrigen, Herrn Bildhauer Glicenstein begrüssen konnten, der uns für das Programm des Schauturnens seinen „Bar Kochba" zur Verfügung gestellt hatte. Generalversammlung. Die Fortsetzung der ordentlichen Hauptversammlung vom 20. Januar fand am 7. April statt mit der Tagesordnung: Delegiertenwahl zum 3. Turntag und Eventualia. Wir halten exklusive des Vorsitzenden 4 Delegierte zu wählen; die meisten Stimmen vereinigten auf sich: Isidor Wolff, Arthur Hirsch, Dr. Elias Auerbach und Erich, B u r i n. Die Versammlung erteilte ihnen für die Ausübung des Mandats bestimmte Weisungen, in folgende Resolutionen formuliert. Der Turntag wolle beschliessen: 1. Die Behandlung der Turnfrage auf dem VIII. Zionlstenkongress zu beantragen. 2. Eine Kommission zur Gewinnung der Jargonpresse zu wählen. 3. Die Verbandsleitung, in jedem Falle aber die Turnzeitung in Berlin zu belassen; eine Kandidatenliste für den neuen Ausschuss wird vorgelegt werden. 4. In die Redaktion der Turnzeilung einen Fachmann oder zwei Redakteure, von denen der eine Fachmann sein muss, zu setzen. Zu Ersatzdelegierten wurden ernannt: Dr. Georg Arndt, Ernst Herrmann. Emil Bassfreund, Georg Jacks und Johanna Thomaschewsky. Unter Punkt 2 der Tagesordnung wurde eine Reihe innerer Vereinsangelegenheiten erledigt. Anzeige. Die Expedition der „Jüdischen Turnzeitung" fürden Bar Kochba ist an Fräulein Margarete Ohnsteln, Charlottenburg, Pestalozzistrasse 102, übergegangen.