Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 8 (1907)
- Issue
- 1 (1.1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 1 II Jüdischer Turnverein Prossnitz. Makkaböerfeier. Ein rühriges Komitee, das aus Vertretern aller hiesigen jüdischen Vereine gebildet war. hatte für die heurige Makkaböerfeier beschlossen, „Das neue Ghetto" vom Ensemble des Olmützer kgl. Stadt. Theaters aufführen zu lassen. Die Aufführung war leider nicht danach, auf jüdische Herzen und jüdische Gemüter mtt jener Macht zu wirken, die diesem Stücke bei rechtem Spiel nicht versagt bleiben kann. Aber das trotzdem alle Zuhörer bewegt waren, dass jeder instinktiv herausgefunden, dass den Darstellern oben auf der Bühne die jüdische Seele, das jüdische Gefühl als das treibende Moment abging, das legte Zeugnis davon ab, dass sie alle durch das Stück in ihrem Innersten getroffen waren, dass sie die Vorgänge auf der Bühne erkannten, dass sie aber auch die Verzerrungen unterscheiden konnten, denn sie erkannten sich selbst und sahen, dass das Ghetto den Juden zu einer Gestalt, einem Geschöpf gemocht, das kein anderer „darstellen" kann. Den Festabend leitete ein von unserm Obmanne Herrn Friedrich Löwe wirkungsvoll gesprochener Prolog ein, und vor Beginn des Stückes und in den Zwischenakten brachte ein von unserem Mitgliede, Herrn Wilhelm Lösegeld, mit dankenswerter Arbeitsfreudigkeit und Mühe zusammengestelltes Orchester einige Musikpiecen zu Gehör. Der Besuch der Makkabäerfeier war ein so starker, die Teilnahme in der ganzen Juden- Gemeinde eine so rege, dass wir freudig die Tatsache einer ganz bedeutenden Wendung zu unseren Gunsten in den Kreisen unserer jüdischen Gegner konstatieren konnten, die vor noch nicht zu langer Zeit Gaste einer Makkabaerfeier nicht gewesen wären. Und so hat uns diese Veranstaltung wieder einen Schritt weiter gebracht, die, im grossen entworfen, im grossen gelang durch gemeinsame Teilnahme am Makkabaer-Feste der Makkaböer-Jünger und jener, die noch durch diese für unsere Sache ganz zu gewinnen sind. Nationaljüdischer Turnverein in Jaffa. Unter dieser Ueberschrift br'ngt die letzte Nummer der „Jüdischen Rundschau", Berlin, im Anschluss an eine Wiedergabe unserer Ausführungen vom vorigen Monatsheft folgende Einsendung: Soeben aus Erez Jisrael zurückgekehrt, finde ich über obigen Verein in Ihrem werten Blatte eine Notiz, der ich gern noch etwas hinzufügen möchte, da ich mich während meiner Anwesenheit in Jaffa speziell für diesen Verein Interessiert habe. Es fehlte nämlich gerade der Vorturner resp. Lehrer des Vereins, und so übernahm ich während meines kurzen Aufenthalts auf Ersuchen des Herrn Dr. Kohan die Leitung der Turnstunden. Besucht waren diese Stunden regelmässig von zirka 20 Turnern. Immerhin eine ganz nette Zahl, wenn man bedenkt, dass a" jedem Abend geturnt wurde. Der Verein existierte bei meinem Eintreffen allerdings erst 6 Wochen, und ich war als alter Turner wirklich erstaunt, als ich die schönen Leistungen der Mitglieder sah. Mit Schwierigkeiten hatte man sehr zu kämpfen, da die Jugend sich zuerst wirklich etwas säumig zeigte, aber durch die Aufopferung des Herrn Dr. Kohan war es gelungen, immer mehr Leute heranzuziehen und auch die notwendigsten Geräte anzuschaffen. Allerdings IBsst die Turnhalle