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Jüdische Turnzeitung · 1906-12-01 · 12 (12.1906) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
7 (1906)
Issue
12 (12.1906)
Date
1906-12-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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202 NO. 12 Ansprache beim Stiftungsfest des J. T. V. „Bar Kochba" am 3. November 1906 gehalten von Rabbiner Dr. Warschauer, Berlin. Meine verehrten Damen und Herren! Bar Kochba der Held, der letzte Kämpfer für Freiheit und Recht unseres Volkes, nach dem unser Verein sich nennt, er wurde von Rabbi Akiba, einem der hervorragendsten geistigen Führer Israels in jener schweren Zeit, begrüsst mit den Worten der Schrift: „Darakh kokhabh mijjaaqobh ein Stern ist aufgegangen in Jakob." Mit diesem Worte möchte auch ich an seinem 8. Geburtsfeste den Verein grüssen, der seinen Namen trägt, und darf ihn also grüssen um der Idee willen, die in ihm zur Verkörperung gelangt ist. Ja, in ihm lebt ein Gedanke, den wir als einen neuen zu begrüssen haben im modernen Judentum, obwohl er in Wahrheit zuletzt nichts anderes ist als die uralte jüdische Idee, obwohl in ihm nur zu neuem Leben erwacht ist, was durch Jahrhunderte der wahre Leitstern unseres Volkes, ihm Schutz und Schirm gewesen ist und es allein erhalten hat. Als ein neuer Stern ist aufgegangen die jüdische Idee: der Wille zum Judentum» der das Wort „Jude" wieder zu einem Ehrennamen machen wiMi der das jüdische Volk mit seiner geistigen Eigenart und mit den von ihm geschaffenen geistigen Werten vor dem Untergange bewahren will, der das alles als wertvoll mit bewusstem Stolze empfindet und daher in der Erhaltung des Judentums eine Ehrenpflicht und hohe Aufgabe sieht. Wir alle wissen es und haben es erst jüngst erfahren, welch intensiven Widerstand diese unsere jungjüdische Bewegung in den Kreisen der älteren Generation im Judentum zur Zeit noch findet. Man sieht in unserer Bewegung einen schädlichen jüdischen1 Partikularismus, einen Abfall von den humanen Idealen, für die Israel eigentlich von jeher der Vorkämpfer gewesen sei, und erklärt sie für um so unberechtigter, als sie eigentlich nichts anderes als e*0 dem Wesen des Judentums fremdes Produkt, ein Kunstprodukt, eine Reaktion sei auf den Antisemitismus, der als vorübergehende Erscheinung seit einigen Jahrzehnten das Leben der Völker beherrsche. Nun, es stände in der Tat schlecht um unsere Idee, wenn sie wirklich nur ein Erzeugnis des Druckes und der Verfolgung, also von aussen uns aufgedrängt wäre; ob zwar auch dann ibre

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