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Jüdische Turnzeitung · 1906-10-01 · 10 (10.1906) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
7 (1906)
Issue
10 (10.1906)
Date
1906-10-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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No. 10 177 der hiesigen orthodoxen Volks- und Bürgerschule Kohn Wilmos zu verdanken ist. Vorläufig haben wir noch unsere Kraftprobe zu bestehen, die Übergangsperiode durchzumachen. Ais Verein haben wir uns noch nicht konstituiert, da wir sowohl materiell als an Turnern noch nicht genügend stark sind. Die Vereinigung zählt ca. 60 Mitglieder, von welchen zudem wöchentlich zweimaligen Turnen (jetzt im Freien) 20 - 30 Turner regelmässig erscheinen. Wir haben einen sehr tüchtigen christlichen Turnlehrer, unter dessen Leitung wir noch Im Herbst d. J. ein Hauptturnfest zu veranstalten gedenken, wonach wir uns als Verein konstituieren werden. — Der Mitgliederbeitrag betragt 1 Krone monatlich, womit wir unsere Monatsausgaben knapp bestreiten. Sobald wir über etwas Kapital verfügen werden, werden wir fehlende Turngerate anschaffen. Siegmund Lustig. Fonds der Jadischen Turnerschaft. Moser, Bradford..............M. 50,—. Vermischtes. Der Alkoholgenuss bei jüdischen Schülern. Dr. R. Hecker in München berichtet In der Münchener Medizin. Wochenschrift 1906 No. 12 über die von ihm in vier grossen Volksschulen mit 4662 Kindern und einer Mittelschule mit 428 Schülern, zusammen also 5080 Schülern und Schülerinnen, angestellten Erhebungen über den Alkoholgenuss seitens der Kinder. Leider ist die Zahl der jüdischen Kinder nicht angegeben, Interessant ist aber das Endresultat der Unterredung in Beziehung auf die Konfession. Es lautet folgendermassen: Ein auffalliger Unterschied im Alkoholgenuss zeigt sich je nach der Konfession: unter den Katholiken die geringste Zahl Abstinenter (12 pCt ), "nter den Israeliten die grösste (20 pCt ), in der Mitte die Protestanten mit 16 PCt.; umgekehrt finden sich eigentliche Trinker (Kinder, die entweder regelmässig Schnaps oder täglich einen halben Liter Bier und darüber erhalten) bei den Katholiken am meisten (18 pCt.), bei den Israeliten am wenigsten (4,5 pCt.), in der Mitte wieder die Protestanten mit 9 pCt. Dass nicht die Religion an sich die Ursache dieses Verhaltens ist, sondern des soziate Niveau, bedarf wohl kaum der Erörterung. Mit dem letzten Satz hat Hecker kaum das Richtige getroffen, da die Abstinenz der Juden nicht eine neuere, sondern seit langen Zeiten bekannte Tatsache ist, und sich beim ganzen Volke ohne Unterschied des sozialen Niveaus lindet. (Zeltschrift für Demographie und Statistik der Juden 1906. No. 6). Die Diaposition der Juden für Geistes- und Nervenkrankes ih*"1' einem Artil{el von Georg Lomer: „Die Beziehungen von ^elbstmord und Geisteskrankheit zur Rasse" im Aprilheft der „Politisch- Anthropologischen Revue" finden wir folgende auf die Juden bezüglichen Ausführungen:

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