Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 7 (1906)
- Issue
- 9 (9.1906)
- Date
- 1906-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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160 No. 9 Bahnbrecher auf dem Gebiete der Turnkunde. Er war der Turnphilologe der neueren Zeit. Neben Arbeiten turngeschichtlichen, systematischen und methodischen Inhalts widmete er seine Kraft der Reinigung und Vereinheitlichung der Turnsprache. Am 24. April 1821 wurde W. in Berlin geboren, wo er als Schüler des „Grauen Klosters" unter Eiselen turnte. Er wurde später der Lieblingsschüler Lübecks, der ihn auf das Turnlehrfach als Lebensberuf hinwies. Nach Beendigung seiner Studien und Absolvierung seiner Dienstpflicht ging er 1845 nach Basel, wo er neben Spiess tätig war. 1847 siedelte er wieder nach Heidelberg über; von hier aus führt er einen regen Briefwechsel mit Spiess, der ihn auf seinem Sterbebette 1859 zum Erben seines schriftstellerischen Nachlasses machte. In Heidelberg widmete sich W. ausschliesslich dem Turnfach. Er erteilte viele Turnunterrichtsstunden an der Universität und mehreren Lehranstalten. In einer kleinen Turnhalle, die er sich bauen Hess, leitete er das Turnen eines von ihm gegründeten Turnvereins. Bis an sein Lebensende war er in rastlosem Eifer für die deutsche Turnsache tätig. „Gründlich forschen, Richtiges lehren!" war sein Wahlspruch. Wassmannsdorff ist ein leuchtendes Beispiel turnerischer Begeisterung und Schaffensfreudigkeit. In Heidelberg ruht seine Asche; sein Geist lebt in seinen Werken fort, die er uns als unvergängliches Vermächtnis hinterlassen hat. R. B. Vermischtes. Zionistische Jahreskonferenz in Cöln. Vom 28. August bis I. September tagte in Cöln die Jahreskonferenz der Zionistischen Weltorganisation. Die Hauptergebnisse sind: 1) Schaffung einer rechtlichen Form für den Nationalfonds, der bereits die Höhe von 1 % Millionen Mark erreicht hat, 2) Aenderung der Statuten der Jewish Kolonial-Trust, die fortan nur in Palästina und den benachbarten Ländern des Orients ihren Wirkungskreis hat, 3) Resolutionen im Sinne energischer Inangriffnahme realer Volksarbeit in Palästina, aber unter striktester Wahrung der politischen Prinzipien. — Die Konferenz war sehr zahlreich besucht. Zu Ehren derselben fand ein Festkommers statt, der von er. 1000 Personen besucht war. Grossen Beifall fanden dabei die Vorführungen des jüdischen Turnvereins. Eine jüdische Gesellschaftsreise nach Palästina veranstaltet im Herbst 1906 der Zionistische Zentral-Verein in Wien, IX/1, TUrkenstr 9. Der Teilnahmepreis ist sehr mässig; er beträgt ab Wien 547 Kronen, ab Budapest 530 Kronen; Billets, Verpflegung, Hotelkosten etc. für die ganzen 3—4 Wochen sind in diesem Preise miteinbegriffen. Für beste rituelle Verpflegung, vorzügliche Reiseleitung und ein reiches Programm ist Vorsorge getroffen. — Kein nationaljüdischer Turner, dem es seine Zeit und seine Mittel gestatten, möge sich diese herrlichste aller Turnfahrten entgehen lassen.