Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 7 (1906)
- Issue
- 8 (8.1906)
- Date
- 1906-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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130 No. 8 Kursleiter die Übung ansagt, ein Turner sie wiederholt und ausführt, wird es auf das Zusammenstellen von Übungsgruppen, auf eine Steigerung vom Leichten zum Schweren, vom Einfachen zum Zusammengesetzten ankommen. Der Teilnehmer muss auch den Wert und die Schwierigkeit der einzelnen Übungsgruppen kennen lernen; er muss daraus die Abgrenzung der Ansprüche an eine Männer- und Frauenabteilung, Alters- und Jugendriege und die einzelnen Riegen innerhalb einer Abteilung herzuleiten imstande sein. Der Kursleiter wird des Weiteren auf eine einheitliche, zweckentsprechende Turnkleidung hinwirken können. Die Bewegungsfreiheit, die eine geeignete Bekleidung gestattet, wirkt in hohem Grade auf Turnlust und Turnfähigkeit ein. Jede Turnstunde muss mit einem Liede eröffnet oder geschlossen werden. Dadurch wird dem Turner die Kenntnis unserer Lieder übermittelt, und dadurch wieder ein wichtiger Faktor geschaffen, in dem sich unsere nationale Gesinnung offenbaren kann. Natürlich wird dafür gesorgt sein müssen, dass sich jeder Kursist im Besitze des vom Ausschusse herausgegebenen Liederbuches befindet. Die Übungen werden jeden Abend ausser Freitag und Sonntag stattfinden und jedesmal 1 Vi bis 2 Stunden dauern. An den Vereinsturnabenden könnte die Halle benutzt werden. An solchen Abenden müsste einer der Kursisten, vielleicht auch einmal der Kursleiter, die Frei- und Ordnungsübungen leiten, die vorher ausgearbeitet und dem Kursleiter vorgelegt worden sind. Von den fünf Abenden müssen vier dem Geräteturnen (jeden Abend ein Gerät für die untern, eins für die obern Extremitäten) gewidmet sein, während ein Abend nur den Frei- und Ordnungsübungen vorbehalten bleibt. Am Sonntag könnten Spiele und die volkstümlichen Übungen vorgenommen werden — womöglich unter Beteiligung des ganzen Vereins, der dann direkten Vorteil aus unserer projektierten Einrichtung zöge- Bei der kurzen Spanne Zeit, die für den Kursus aufgewendet werden kann, und der Fülle des Übungsstoffes wird es neben der Fähigkeit des Turnlehrers vor allem auf den Fleiss und Eifer der Kursisten ankommen. Es werden Kautelen dafür geschaffen werden müssen, dass die Kursisten Abend für Abend ohne Unterbrechung sich an dem Kursus beteiligen. Dann aber können wir mit guten Erwartungen der Zukunft entgegen sehen, können wir getrost einen Aufschwung in der turnerischen Entwicklung unserer Verbandsvereine und damit eine Stärkung unserer Existenz erwarten. Zi. o. BL