Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 7 (1906)
- Issue
- 8 (8.1906)
- Date
- 1906-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 8 129 An dieser Stelle möchten wir auf den Wert turnerischer Lektüre — besonders turntechnischer — hinweisen. Solange der Kursleiter am Platze ist, wird er Unklarheit beseitigen, nicht Verstandenes dem Verständnis erschliessen können. Es wird sich empfehlen, Bücher wie die oben genannten und noch mehrere, die aufzuzählen hier nicht der Platz ist, die aber den gesamten turnerischen Lehrstoff umfassen müssen, den Teilnehmern leihweise oder — wie z. B. Puritz, Merkbüchlein für Vorturner — dauernd zu überlassen. Dabei drängt sich uns der Gedanke einer Wanderbibliothek auf, die teurere Werke umfassen soll, deren Anschaffung den einzelnen Vereinen schwer oder unmöglich, deren Lektion jedoch für die Teilnehmer sehr wertvoll ist. Diese Bücherei, die natürlich nur klein gedacht ist und nur wirklich wertvolles Material enthalten soll, wird der Wanderturnlehrer bei sich führen und verwalten müssen. Die kurze Zeit, die für die einzelnen Kurse zur Verfügung steht, verlangt strenge Beschränkung auf das Notwendigste; das Hauptaugenmerk werden wir also auf das praktische Turnen lenken müssen. Freiübungen mit und ohne Belastung der Arme werden den gebührenden Raum einnehmen, da sie ebenso wie die Ordnungsübungen die Grundlage des Turnbetriebs überhaupt bilden, von ganz besonderer Bedeutung für kleinere, turnerisch schwache Vereine sind, unabhängig von Turnhalle und Geräten geübt werden können und ein vorzügliches Mittel nicht nur zur allseitigen Durchbildung des Körpers, sondern auch zur Entwicklung der Disziplin darstellen. Die Frei- und Ordnungsübungen sind mit Befehlsübungen der Kursisten in den Übungsstunden oder vor der Abteilung zu verbinden. Es ist dies gleichzeitig ein Mittel, das Kommando zu üben und Turnwarte heranzubilden. Jede Übung muss vorher angesagt und vom jedesmaligen Turnleiter selbst exakt vorgeturnt werden. Volkstümliche Übungen und Spiele werden nicht vernachlässigt werden dürfen. Der Wert dieser Übungsarten wird besonders in Vereinen klar werden, die mit Hallen- und Geräteschwierigkeit zu kämpfen haben. Diese Übungen werden das Turnen an Orten ermöglichen, wo weder Halle noch Gerät vorhanden sind, wenn nur eines vorhanden ist: der gute Wille! Den breitesten Raum werden naturgemäss die Gerät- Übungen einnehmen; bilden sie doch in ihrer Mannigfaltigkeit den Hauptbestandteil des Vereinsturnens. Neben dem systematischen Durchturnen der Übungen an den einzelnen Geräten, wobei der