Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 7 (1906)
- Issue
- 7 (7.1906)
- Date
- 1906-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 7 111 gewohnt sind, so ergibt sich, dass in Deutschland, Oesterreich und Ungarn die Juden prozentualiter viel weniger Taugliche stellen als die Christen. So kamen in Deutschland 1895 auf 1000 Juden 4,92 Soldaten, auf 1000 Christen aber 11,61! in Oesterreich waren die entsprechenden Zahlen 3,53:4,54 (Chr.). Tritt zwar nach Berücksichtigung aller Fehlerquellen eine erhebliche Verschiebung dieser VerhBltniszahlen zu Gunsten der Juden ein*), so bleibt der Ausfall eklatant genug. In Russland ist das Verhältnis ein umgekehrtes, indem der Anteil der Christen (1898) 2,21 pMll., der der Juden 3,20 pMll. betrug. Es ist aber bekannt und offiziell zugegeben, dass bei den Juden die Anforderungen, die sonst für die Diensttauglichkeit massgebend sind, herabgesetzt werden. Ausschlaggebend ist das Brustmass; dieses bleibt aber im Durchschnitt, wie statistisch festgestellt ist, absolut und relativ hinter dem der christlichen Bevölkerung zurück zugleich auch hinter der allgemein angenommenen Norm, dass der Brustumfang die Hälfte der Körperlänge betrage. Hand in Hand mit dieser Engbrüstigkeit geht eine geringere Entwickelung der Muskulatur und des Knochenbaus. Das in Russland und auch in Rumänien trotz der illegalen Entziehungen, welche gerade die kräftigsten Juden vom Heeresdienste fernhält, dennoch verhältnismässig so viel mehr Juden dienen als Christen, beruht sicherlich nicht auf der Überlegung, dass die Juden trotz der schwächeren körperlichen -Entwickelung ebenso widerstandsfähig sind wie die kräftigen Christen,**) sondern darauf, dass der Dienst zum Teil als schwer drückende Strafe angesehen wird, und wie alle andern gesetzlichen Massnahmen gegen die Juden, so bezweckt auch ihre stärkere Heranziehung zum Heeresdienst nichts als die hier besonders mögliche Verfolgung des verhassten Juden. Tatsache ist also nicht nur der kleinere, sondern auch der engbrüstige, muskelschwache unter der Norm in der Entwickelung zurückbleibende Körper der Juden. Die Statistik der Militärdiensttauglichkeit ist deshalb von so hoher Bedeutung, weil sie allein uns möglichst einwandsfrei in positiver Weise Aufschluss gibt, wie viele Juden einen normalen leistungsfähigen Körper haben. Sonst müssen wir zur Entscheidung der Frage lediglich die Krankenstatistiken heranziehen. Praktisch scheinen die hieraus gewonnenen Resultate insofern entscheidend, als sie nur auf die Frage antworten, wie sich der jüdische Körper den in Natur und Leben einwirkenden Schädlichkeiten gegenüber verhält; aber gerade hier muss bei den Schlußfolgerungen sehr vorsichtig vorgegangen werden und alle Momente, die eine stärkere oder geringere Beteiligung an diesen oder jenen Krankheiten ursächlich begründen, sorgfältigst in Rechnung gezogen werden. Aber diese „Ausfallserscheinungen" ergeben immer kein klares Bild von dem bei den andern — Nichtkranken — vorhandenen wirkenden Kräften. Die Sohlussfolgerungen, die wir in diesem Sinne ziehen müssen, sind am Schlüsse der Arbeit zusammengefasst. *) Nach Ruppin wird dai VerhUtnU 4,9a: 11,6t zu 7,37: 10,06. **) Ich w«iti aus eigener Erfahrung, data man in Rumänien nicht davor zarackschreckt aelbit Krüppel rum Dienit heranzuziehen 1 Welche Jammerbilder 'tOrperllcher ZarflckgebUehenheit habe ich unter den rumaniacb-judiechen Soldaten tfeobachten können!