Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 7 (1906)
- Issue
- 6 (6.1906)
- Date
- 1906-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 6 105 mangels (die besten Turner lagen im Gepacknetz) verliel auch die Rückfahrt, wie die ganze Partie, sehr gemütlich und ohne Störung. Den Presburger Damen und Herren, insbesondere Frau Salzer und Frl. Reis, den Herren Bettelheim, Lustig, Steiner, Schönberger und Freund sagen wir auch auf diesem Wege besten Dank und „auf fröhliches Wiedersehen in Wien!" Der schöne Verlauf der Turnfahrt lässt erwarten, dass ihr bald weitere folgen werden. Es gibt wohl kein besseres Mittel, die einzelnen Vereine einander näher zu bringen, als solche Turnfahrten. Möge das Beispiel des .,Bar Kochba" auch von anderen Verbands-Vereinen Nachahmung finden, auch als Vorbereitung zur allgemeinen Verbands-Turnfahrt nach Wien — Frühjahr 1907! Lu. Philippopel (Bulgarien). Über erfreuliche jüdische Arbelt des in Philippopel bestehenden zionistischen Turnvereins „Makabi" berichtet die »Weit": Philippopel, 1. Juni. Sonntag vor acht Tagen feierte man hier den „Jom-haschekel". Einige Tage vorher sah man in den Strassen Philippopels metergrosse, von Selbstbewusstsein zeugende (!!? Red.) Plakate, welche das bulgarische Publikum zur Teilnahme an der als Vorfeier des Schekeltages von dem zionistischen Verein „Makabi" im Theater Luxemburg gegebenen literarischen, musikalischen und gymnastischen Soiree einluden. Etwa 500 Menschen wohnten der Soiree bei. Der gymnastische Teil war am besten gelungen und erntete den grössten Beifall. Es war wirklich eine Lust, die breitbrüstigen, strammen jüdischen Jünglinge mit ihren steinharten Muskeln zu betrachten, die stolz und selbstbewusst auf der Bühne erschienen, um das Publikum mit ihren meisterhaften Frei- und Gerötübungen zu ergötz 3n. Nachmittags zog eine grosse Schar Zionisten, von der Schule ausgehend, auf das Feld. Die Turner mit der jüdischen Fahne schritten voran, dann folgten die Schüler mit einem grünbekleideten „Mogen-David". Hinterher Singen viele Männer und Frauen in Reih und Glied. Nach einem gut verbrachten Nachmittag kehrte man unter Gesängen in die Stadt zurück, wo der Zug sich allmählich auflöste. Vermischtes. Körperliche Erziehung in Ruaaland. Es gibt in Russland verschiedene, die körperliche Erziehung an den Mittelschulen betreffende Ministerialerlesse, doch bleiben sie alle auf dem Papier, und dieses ist in Russland besonders geduldig. Weder In der Gesellschaft, noch auch nur ir» den Kreisen der Jugendbildner findet man ein genügendes Verständnis für den Wert des Turnens. Die Untarrtehtsverwaltung lässt es zwar nicht a" moralischer, wohl aber an materieller Förderung fehlen, und wenn bei einer Anstalt an den Ausgaben gespart werden soll, so wird vor allem der Aufwand für den Turnunterricht eingeschränkt. Die Folge hiervon ist, dass sowohl die Lehrer als auch die Schüler das Turnen für etwas ganz Nebensächliches ansehen, und diese Anschauung hat sich so eingelebt, dass bei