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Jüdische Turnzeitung · 1906-06-01 · 6 (6.1906) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
7 (1906)
Issue
6 (6.1906)
Date
1906-06-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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100 No. 6 hintere Bein nach vorn. Dies ist auch dieBewegung zum ersten Schritt, und ehe die anderen Läufer sich aus der sonst üblichen starren Stellung emporgerafft haben, ist man schon im vollen Lauf. Es gehört allerdings viel Übung dazu, um diesen Start vollkommen zu erlernen, beherrscht man ihn aber einmal, so hat man dadurch aHein schon einen grossen Vorteil vor jedem anderen Läufer." Diesen Start, den bei kurzen Strecken ausschlaggebenden Punkt, zu erlernen, muss daher tägliche Aufgabe sein; gut wird man tun, mehrmals an jedem Tage ein kurzes Rennen über 5<» bis 60 m im denkbar schärfsten Tempo dem Start anzufügen. — Alle 3—-4 Tage versuche man die ganze Strecke von 200 m zurückzulegen und bemühe sich, die Distanz bis zum letzten Meter mit der äusserst zu Gebote stehenden Laufschnelligkeit zu durcheilen. Um dies zu können, muss man vorher durch Versuche festgestellt haben, welche äusserste Laufschnelligkeit über 200 m gerade noch Atmungs- und Kreislauforgane zulassen; geht man darüber hinaus, so versagen die Kräfte vor erreichtem Ziel. Beim Wettlauf selbst vermeide man folgende leider nur zu häufig zu beobachtende Fehler: nähert man sich dem Ziele, so stoppe man nicht allmählich ab, sondern laufe mit grösstmöglicher Schnelligkeit, bis man durch das Ziel gegangen ist. Während des Laufs sich nach den Konkurrenten umzuschauen, ist grundfalsch, denn es vermindert die Schnelligkeit und bringt die Gefahr eines Sturzes nahe. Niemals, besonders wenn es darauf ankommt, verlasse man sich auf die Führung seiner Mitläufer, (obwohl die suggestive Wirkung des „Schrittmachens" durchaus nicht zu unterschätzen ist). Selbst wenn die Konkurrenten notorisch bessere Läufer sind, trachte man danach, die Spitze zu bekommen. Denn auch der schnellste Läufer ist zuweilen schlecht disponiert, auch dem besten gelingt nicht immer der Start u. a. m. Besondere Aufmerksamkeit beim Schnell- und Wettlauf schenke man seiner Kleidung. Die Kleidung sei so leicht und bequem wie irgend möglich. Jegliche Behinderung des freien Atmens und der freiesten Beweglichkeit muss völlig ausgeschlossen sein! Darum laufe man nie anders als in Kniehosen. Die Kniegelenke müssen ganz unbehindert, d. h. nackt sein. Wird auf Sand-, Kies¬ oder Grasboden gelaufen, so besteht die praktischste Fussbekleidung in Lederschuhen, deren Sohlen eiserne Nägel (spiches!) tragen. Ist dies — wie z. B. nach der deutchen Wettturnordnung verboten (warum, ist nicht einzusehen!) — so benutze man Schuhe mit Gummisohlen, vermeide aber, des Gleitens wegen, solche mit Ledersohlen. Dies wären in gedrängtester Kürze die wesentlichsten Momente, die beim Betriebe des anscheinend so einfachen Schnell- und Wettlaufs berücksichtigt werden müssen. Mit vollem Recht sagt darum Prof. Konr. Koch: „Der Schnelllauf gehört, wenn er vollendet durchgeführt wird, zu den wunderbarsten Leistungen der modernen

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