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Jüdische Turnzeitung · 1906-05-01 · 5 (5.1906) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
7 (1906)
Issue
5 (5.1906)
Date
1906-05-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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80 No. 5 Westens und noch mehr des Ostens sich kaum zu entwickeln begonnen haben, die Bestrebungen nach einer körperlichen und psychischen Regeneration, werden aufs äusserste gefährdet, ja wob! im Keime erstickt, sobald die Überzeugung von unserer körperlichen Unversehrtheit und Unverwüstlichkeit breiteren Raum gewinnt. Es wäre verfehlt, wenn ich den consensus omnium als ausschlaggebend aufführen wollte. Im Zeitalter exacter Statistiken haben wir andere Grundlagen für die Beurteilung einer Frage, bei der in letzter Linie doch nur die logisch geordnete Zahl die Entscheidung bringt. Aber wenn auch nicht entscheidend, so fällt doch unterstützend ins Gewicht, dass das eigene Volksbewusstsein den Juden als körperlich schwächer und weniger widerstandsfähig ansiebt als die umgebende Bevölkerung. Nicht umsonst sagt der Volksmund von einem etwas kräftigeren Juden: „er ist gesund wie ein Goi"> Im Juden des Ostens lebt zweifellos das Bewusstsein einer Labilität seines Gesundheitszustandes. Entspricht die objektive Wahrnehmung diesem subjektiven Empfinden, ist der jüdische Körper im Durchschnitt weniger widerstandsfähig im Kampfe ums Dasein als der nichtjüdische? Hat der Körper im allgemeinen gelitten oder ist ein Organ bevorzugt? Ist die Bevorzugung eine derartige, dass die Befürchtung nahe liegt: wird nicht die Nachkommenschaft in erhöhtem Masse diese Läsion mit zur Welt bringen und so für eine Verallgemeinerung des Übels sorgen? Haben wir demnach das Recht von einer „Degeneration des jüdischen Volkes" zu sprechen, und in welchem Sinne? Den nun folgenden statistischen Daten und ihrer Interpretation sei folgende Bemerkung vorausgeschickt. Erst seit ungefähr der Mitte des vorigen Jahrhunderts begegnet man in Deutschland einwandsfreien statistischen Beobachtungen über die Juden. Bei der immer grösseren Exaktheit, mit der hier bei den statistischen Aufnahmen vorgegangen wird, können die gewonnenen Resultate ohne Vorbehalt angenommen werden. Es ist aber klar, dass eine Ausdehnung der Ergebnisse auf die Juden des Ostens nicht angängig ist. Im Osten, wo die Behörden viel lässiger sind, die Bevölkerung und besonders die Juden aus verschiedenen Gründen keine genaue0 Angaben machen, können die aus den Statistiken gewonnenen Resultate nur mit Vorsicht aufgenommen werden. Am meisten Vertrauen verdienen die Zahlen, die uns aus Ungarn vorliegen. Nun ist diese Lücke durch grosse statistische Aufnahmen über die nach Amerika (New-York) und England (London) abgewanderten

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