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Jüdische Turnzeitung · 1906-03-01 · 3 (3.1906) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
7 (1906)
Issue
3 (3.1906)
Date
1906-03-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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No. 3 tion der Juden als eine Verleumdung auf. Gleichfalls sich selbst als messende Einheit setzend, meinte auch er, die Juden, die russischen inbegriffen, seien kerngesund. Man dürfe sie nicht nach den Emigranten beurteilen, auch nicht nach drn russischen Studenten-Kolonien, geschweige nach den Karrikaturen. die sich zumeist oder ausschliesslich mit Assimilanten beschäftigten; möglich, dass diese so seien, die Nationaljuden seien es nicht. — In seinem Schlusswort verfocht all diesen Ausfahrungen gegenüber der Referent seinen Leitsatz.*) Trotz der sich so intensiv äussernden ungelösten Widersprüche waren der Eindruck und das Ergebnis des Abends befriedigende: 25 Personen beiderlei Geschlechts trugen sich in unsere Mitgliederliste ein. Am Sonntag, den 11. Mörz, hat eine vergnügte Purlmkneipe, am darauffolgenden Donnerstag nach dem Turnen der IV. Männer-Abtei- 'ung anlasslich ihres zweijährigen Bestehens ein fröhlicher Stiftnngskomroers stattgefunden. Die Arbeit unseres Nationaljüdischen Komitees hat eifrig eingesesetzt und ist zunächst durch Schaffung einer Organisation von Vertrauenspersonen in den einzelnen Abteilungen eingeleitet worden. — Ein ständiges Komitee für äussere Propaganda, bestehend aus den Herren Georg Wolf,Emil Bassfreund und JosefFreund» wird sich hoffentlich als Neuinstitution bewähren. Achtung! Die Adresse unteres Schriftführers Erich Burin ist: NW., Claudiusstrasse 3. Stettin.- Sein erstes Schauturnen hielt am Sonntag abend der hiesige jüdische Turnverein in der Turnhalle Bellevuestrasse 57 ab. Es hatten sich zahlreiche Zuschauer eingefunden. Um 8 Uhr marschierten 50 Turner, darunter eine grosse Anzahl Mitglieder des B e r 1 i n e r j ü d i - sehen Turnvereins, unter dem Gesänge eines Turnliedes in die Halle ein, vollzogen einen tadellosen Ummarsch und nahmen sodann Aufstellung. Nun hielt Herr Frey er eine längere Ansprache an di? Turner, in der er besonders ausführte, dass auch unter der jüdischen Bevölkerung, die von feindlicher Seite als zu schwach und kraftlos hingestellt werde, die Turnsache als ein Mittel zur Kräftigung des Körpers sich mit Erfolg Bahn gebrochen habe und bei der gegenwärtigen Veranstaltung, die flls ein weiterer Ansporn zu betrachten sei, bewiesen werden solle, dass die jüdischen Turner den andern Turnern nicht nachstehen. In der Ta* zeigte denn auch die ganze Turnübung, die mit Stabübungen begann, dass der erst seit etwa IVa Jahre bestehende Verein kräftig gediehen und gute Schulung genossen hat. Der Ober-Turnwart Herr Dr. Blum- Berlin leitete die Uebungen. Das Gerätturnen mit einmaligem Geldwechsel fiel gut aus. Zum Riegenturnen traten 6 Riegen an, zum Reckturnen ferner eine Musterriege, deren Leistungen als ganz vortrefflich zu bezeichnen sind, was auch die Zuschauer durch ihren lebhaften Beifall bezeugten. Ein Tauziehen, das viel Heiterkeit hervorrief, und der Ausmarsch mit Gesang schlössen die anderthalbstündige Uebung Nach derselben fand im Restaurant „Drei Kronen" ein Kommers statt. *) Wir werden dem offenbaren dringenden Bedürfnisse Rechnung tragend der nächsten Nummer unseres Blattes die wissenschaftliche Debatte über das Tkema der Degeneration eroffnen. Die Red.

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