Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 7 (1906)
- Issue
- 3 (3.1906)
- Date
- 1906-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 3 all das ist zu wenig. Er gebt hin und denunziert halbverhungerte, ausgemergelte, von Kosaken aus dem Lande gepeitschte Jünglinge und Mädchen als Staats- und sittengefährdende Eindringlinge, und bläst einer jungen Schar seiner Volksbrüder von gestern als Friedenstörern und Eigenbrödlern, als unpatriotischem, anationalem Gesindel, durch systematische Obdachentziehung das Lebenslicht aus. Das ist die Praxis der jüdischen Stadtverordneten und des jüdischen „Schutz"-Komitees für Auswanderer von Königsberg- Das Rundschreiben gegen junge Emigranten, deren einziges Verbrechen in ihrer freiheitlichen Gesinnung bestand, wie die Auflösung des jüdischen Turnvereins werden im Gedächtnis haften- Das Menschliche in uns wird mehr von der ersten Schandtat aufgewühlt, aber als Träger und Kämpfer einer Idee hat die zweite für uns wesentlich mehr von Bedeutung. Hinc omen! Wieder ein Wahrzeichen der Erbärmlichkeit und Gefahr, die der Mangel jüdischen Nationalismus' im Schweif hinter sich herzieht. Wenn wir bislang noch glauben konnten, er sei lediglich bedauerlich als passive Negation, als Abwesenheit von etwas, das wir als ein höchstes Gut erkannten, so ist es uns jetzt gebührend aufgegangen, dass ein positiver und aggressiver Widersacher, ein dolchführender Feind im assimilationslüsternen Geldjuden uns gegenübersteht. Danach unsre Parole! Dem seine Todesanzeige erlassenden Ex - Turnverein zu Königsberg wäre ein frühes Bewusstsein dieser Erkenntnis zu wünschen gewesen, und mit dieser Erkenntnis eine entschiedenere Kriegsparole. Schon vor seinem Eintritt ins Licht der Welt hätte er die Kräfte, die er mitzubringen in der Lage war, wie die Verhältnisse, denen er sich anvertraute, wohl erwägen müssen. Wenn sie für den Feind, den er sich gegenüber kennen musste, nicht ausreichend waren, hätte er lieber auf sein Dasein verzichten müssen. Eine Gruppe weniger ist bedauerlich — aber immer noch dem erbärmlichen Schauspiel vorzuziehen, sie durch die Hausknechtstaktik dienernder freisinniger Schutz- und Hofjuden nach kurzer Existenz gefällt zu sehen. Darum mehr Sorgfalt und Vorsicht bei der Gründung jüd1" scher Turnvereine! Und die zweite Wahrheit: Das Friedliche-Allzufriedliche verfällt dem Bankrott. Was half es dem Königsberger Turnverein, dass er die nationaljüdische Gesinnung, wenn auch nicht verleug-