Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 7 (1906)
- Issue
- 1/2 (1.1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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32 No. 1/2 Isaak Er darf uns noch nicht gleich entdecken. Isaak Hört, habt ihr nicht eben Schritte vernommen? Frieda Isaak Lasst uns hier1 . n Es ist der Vater, gleich muss er Bernhard Lasst uns dort / sc kommen. verstecken. (Beide Parteien paarweise durch die entgegengesetzten Türen ab.) 4. Szene. Moritz Moses tritt durch die MitteltOre ein. Er geht gemächlich durchs Zimmer, vertauscht seinen Rock mit dem dort hangenden Schlafrock, zündet sich eine lange Pfeife an und singt.) (Das folgende Couplet, nach der Melodie .Starenlied" von Oskar^ Strauss oder nach einer anderen, wurde bei der Kölner Aufführung weggelassen. Die Strophen können natürlich durch Einschiebungen lokaler Natur ergänzt werden.) I. Ich bin ein Mann vom alten Schlag, Kein Streiten ich vertragen mag. Kein Schimpfen und kein Fluche. Wenn einer mich erregen will, Dann sag ich: Lieber Freund, sei still, Geh, lass mir mei' menuche. (Pfeifen.) II. Da machen sie ein gross' Geschrei, Dass eine Orgel nötig sei Zum Gotteshausbesuche. Ich frag', was liegt drin für ein Sinn, Es geht ja doch nie einer hin, Lasst mir doch mei' menuche. (Pfeifen.) III. Und wieder gibt's 'nen Hauptskandal, Dass nur, wer wähle liberal, Das Heil der Juden suche. Dasselbe sagt der Orthodox',. Wer's jetzt nicht weiss, der ist ein — Schaute, Geht, lasst mir mei' menuche. (Pfeifen, ab.) (Event, auf Applaus) IV. Ihr klatscht euch eure Hönde wund, Damit ich nochmals käme und Was säng' von meinem Spruche; Zwar schmeichelt's mir, doch bin ich's müd, Zu singen solch langweilig Lied. Geht, lasst mir mei' menuche. (Spricht) Lasst mir mei' menuche, hab' stets ich gedacht, Habs unberufen zu etwas gebracht, Und hoffentlich wird's mir gelingen, Es auch weiter noch zu 'was zu bringen. Nur keinen Zank und keinen Streit. Bin immer zum nachgeben gleich bereit, Und schimpft man mich, so denk ich: Es scheint, Man hat 'nen andren damit gemeint Zwar reden sie von Mannesehr',( Und dass solch Leben unwürdig w8r\ ich rede: Das sind faule Fisch', Wenn ich dabei meine Mackes krieg'. Doch muss ich mich auch draussen ducken, Zu Hause darf mir keiner mucken, Mein Haus wird allein von mir regiert- Und wehe dem, der mir nicht pariert, Drum sind meine Töchter auch wohlerzogen, Sind keinem Manne ausser mir gewogen.