Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 7 (1906)
- Issue
- 1/2 (1.1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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10 No. t/2 . eine gleichmässige Schulung in vielfacher Uebung aller Körperteile durchmacht, verdient den Namen eines Turners. Nun zum „Kern des Vereinsturnens", den Freiübungen- Diesen Uebungen muss gerade in unseren Vereinen besondere Pflege und Aufmerksamkeit zugewendet werden. Denn durch sie werden strenge Ordnung und Disziplin am Turnplatze anerzogen, die ja unerlässliche Voraussetzung jedes Erfolges in Turnvereinen sind, aber — wie Herr Dr. L. Werner treffend sagt — Selbstzweck sind in jüdischen Turnvereinen. Keine Turnstunde darf ohne Freiübungen vorübergehen. Für Abwechslung und Belebung derselben Sorge zu tragen, ist Sache des Turnwarts. Nicht unberücksichtigt im Turnbetriebe darf das Kürturnen bleiben. Für einen guten Vorturner ergibt sich da, wo jeder allen Zwanges bar, lediglich seiner Neigung nach turnen kann, die erhöhte Möglichkeit, schwächere Turner zu gesteigerten Leistungen anzuspornen, zu sehen, was der einzelne sich selbst zutraut, turnerische Anlage durch Beispiel und Anregung auszubilden, bessere Turner seiner Riege zu schwierigeren Uebungen anzuleiten. Das Kürturnen soll immer vor dem Riegenturnen stattfinden, nie aber den pünktlichen Beginn desselben verhindern; findet es nach dem ordnungsgemässen Turnen statt, so hat es den Nachtteil, das8 die Turner aus Ermüdung die Lust am Kürturnen bald verlieren. Eine andere Frage ist die, ob nach Riegenantritt zuerst Geräteturnen oder Freiübungen vorgenommen werden sollen. Für letzteres spricht, dass die antretenden Turner während der Freiübungen vom Kürturnen ausruhen und zu neuen Kräften kommen können. Doch dieser Grund ist nicht ganz stichhaltig, da auch .die Freiübungen, wenn sie stramm ausgeführt werden, ermüden; 8ie machen sich erst nach anstrengenderen Uebungen, nicht aber nach dem Kürturnen vor Beginn, als eine Erholung fühlbar. Gegentlich nach dem Turnen sind Ringen, Lauf- oder Ballspiele in Vereinen, wo sie eingeführt sind, sehr behebt und tragen viel zur Belebung des Turnplatzes bei. Das Pyramidenbauen M* besonders jüngeren Turnern eine willkommene Abwechselung. Der Reigen ziere das Mädchenturnen. Am Schlüsse ist eine Geräte-Ordnung zusammengestellt, welche das Gesagte veranschaulichen soll und auch als Vorlage dienen kann. In einem Turnus von 12 Turnabenden werden alle gebräucb: liehen Geräte und Uebungen durchgenommen. Auch mehrere Rieg*n können sich zu gleicher Zeit derselben Geräte-Ordnung nach Mass-