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Jüdische Turnzeitung · 1906-01-01 · 1/2 (1.1906) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
7 (1906)
Issue
1/2 (1.1906)
Date
1906-01-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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& No. 1/2 Die Geräte-Ordnung.*) Von S. Leicht, Graz. Wenn ein jüdischer Turnverein seinen ersten Zweck, die körperliche Ausbildung seiner Mitglieder, erfüllen soll, so ist es durchaus notwendig, dass er das Turnen mit ernstem Eifer in zielbewusster und geordneter Weise betreibt: nicht nach Willkür und Laune, sondern nach einem bestimmten Plane muss geturnt werden. Das Turnen am Reck, Barren, Pferd hat man geradezu als Kunstturnen bezeichnet. Es liegt daher auf der Hand, dass nur derjenige Turnbetrieb Erfolge zeitigen wird, dem ein Plan zugrunde gelegt wird, nach dem am zweckmässigsten alle Teile des Körpers in gleichmässiger Weise angestrengt und durchgebildet werden. Dieser Plan soll aus eben dem Grunde auch verhüten, dass einzelne Uebungsarten oder gewisse Geräte ausschliesslich betrieben oder zu sehr bevorzugt, andere hingegen gar nicht oder zu wenig berücksichtigt werden. Ein verständiger Turnleiter wird daher in der Reihenfolge der Uebungen und Uebungsarten für Kopf, Arme, Rumpf und Beine soviel Abwechslung eintreten lassen, wie zur Erhaltung der Turnlust und zur Erreichung tüchtiger leiblicher Ausbildung nötig ist. Der Plan für den geordneten Wechsel der einzelnen Geräte ist die Geräte-Ordnung. Die nachstehenden Zeilen haben hauptsächlich den Zweck, eine Anleitung zur Zusammenstellung einer Geräteordnung zu geben, andrerseits die Gesichtspunkte für ihre Gestaltung in der jüdischen Turnerschaft zur Sprache zu bringen und einen einheitlichen Betrieb des Turnens in unseren Vereinen anzuregen. Wie bei anderen Volksstämmen hat auch bei uns das deutsche Turnen Eingang und — leider noch viel zu geringe — Verbreitung gefunden. Beim deutschen Turnen unterscheidet man Geräte-, volkstümliche — und Frei- und Ordnungsübungen. Unter Geräteturnen versteht man die Uebungen am Reck, Barren, Pferd (Hauptgeräte) und an" den Nebengeräten wie: Bock, Tisch, Leiter, Kletterzeug, Schwebereck, Ringe, Rundlauf usw. Volkstümliche Uebungen nennt man das Turnen, welche nötigenfalls ohne Gerätschaften betrieben werden kann, wie Laufen und Springen, ferner das Heben, Klettern, Werfen, Ziehen, Schieben, Ringen u. a. m. Freiübungen, welche frei, d. i. ohne Geräte von einer grösseren Gruppe •) Wir stellen dieses wichtige Thema zur Diskussion und werden in der nächsten Nummer der Turnztg. selbst darauf zurückkommen. Die Red.

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