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Jüdische Turnzeitung · 1906-01-01 · 1/2 (1.1906) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
7 (1906)
Issue
1/2 (1.1906)
Date
1906-01-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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6 No. 1/2 geltend machen. Zu weit ist noch die eigentliche nationale Autonomie entfernt, zu ungeläufig ist sie noch der Masse der Politiker, als dass die Juden schon daran anknüpfen könnten. Vor allem aber, zu sehr unanerkannt ist noch die jüdische Nationalität im österreichischen Staate, als dass man nicht jede wirkliche Gelegenheit ausnützen sollte, um diese Anerkennung zu betreiben und sich gleichzeitig Schutzwehr zu beschaffen. Aber auch die nationalen "Wahlkurien liegen eigentlich noch im weiten Felde und man wird daher noch näherliegende Gelegenheiten suchen müssen, um sieb der Anerkennung zu nähern. So in den Wahldingen selbst, wo Wahlkreiseinteilungen und Wahlmodus (Stadt und Land geschieden, proportionales Wahlverfahren), — welche dazu beitragen können, die jüdische Individualität für die Blicke aller herauszuarbeiten, — als Zwischenziele gelten müssen. Ausserdem wird eine Agitation zu entfalten sein, und sie bat ja zum Teile schon begonnen, dass das Bekenntnis zur jüdischen Nation gelegentlich der Volkszählungen angenommen werde, was jetzt nicht der Fall ist; dann, dass der gesetzliche Ausnahmezustand, in welchem sich die hebräische und die jüdische Sprache gegenüber allen anderen Sprachen des Reiches befinden, aufgehoben werde. Was das Jüdische (den sog. »Jargon") betrifft, so muss es als gesprochene, als volllebende Sprache überhaupt für den ganzen Osten der Monarchie als Stützpunkt und Argument der Bewegung verwendet werden. Wenn man bedenkt? dass die Juden Galiziens und der Bukowina eine Million zählen, während im Westen nur zweimalhunderttausend wohnen, dann ist leicht zu ersehen, von welcher Bedeutung dieses Moment für den Erfolg der . Sache sein kann. Wichtiger vielleicht als alle Agitation nach aussen sind Bestrebungen, die nach innen gehen, die darauf abzielen,. die jüdische Nationalität auf feste kulturelle Grundmauern zu gründen und die jüdischen Volksgenossen wirtschaftlich zu stärken, teils durch Stärkung ihrer klassengemässen Positionen, teils durch eine neue gross angelegte Politik der Berufswahl und der Berufsverteilung- Es gibt keinen sichereren Weg zu der angestrebten nationalen Gleichberechtigung, die die Vorbedingung einer jüdische^ Autonomie neben den Autonomien der anderen Völker Österreichs ist. K Am allerwenigsten ist es wohl in der „Jüdischen Turnzeitung nötig, die Bedeutung der jüdischen Autonomie und der auf sie gerichteten Bestrebungen hervorzuheben. Der jüdische Turner bat instinktiv schon erkannt, was uns am meisten nottut: Eigene,

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