Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 6 (1905)
- Issue
- 10 (10.1905)
- Date
- 1905-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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198 No. 10 jüdisch werden wird oder nicht. Es wäre deshalb wünschenswert, wenn die nationaljüdischen Turner den neugegründeten Königsberger Verein unterstützten. Wir hoffen, das alle Turnvereine unserer Organisation mit Rat und Tat beistehen werden. nb& et» Bemerkung der Red.: Wir sprechen den Gründern des Vereins unsern Glückwunsch aus und wollen es an unserer Hilfe nicht fehlen lassen; wir können es uns aber nicht versagen, darauf hinzuweisen, dass dieselben Schwierigkeiten wie in Königsberg sich aller Orten den nationaljüdischen Turnern entgegenstellen. Wir halten einen kleinen aber energisch nationalen Turnverein für fruchtbarer und wirkungsvoller als einen grossen ohne ausgeprägte Tendenz. Die vielfache, ja regelmässige Erfahrung hat uns gelehrt, dass nur die Kraft der nationalen Idee den Arbeitern eines Vereins die leidenschaftliche Ausdauer giebt, die notwendig ist, einen Verein über die nicht unbedeutenden und nicht seltenen schwierigen Momente hinwegzuhelfen, die immer wieder den Bestand bedrohen. Darum wollen wir hoffen, dass es auch den Königsberger Nationaljuden gelingen möge, die Tendenz durchzusetzen, um so dem Verein die Kraft des Gedankem einzuflössen die allein sein Gedeihen sicher stellt. Die Tendenzlosigkeit schützt wie gerade Königsberg zeigt vor Angriffen nicht, lähmt aber die Energie. Bücher- und Zeitungsschau. In „Unsere Hoffnung" No. 10 II. Jahrgang, Oktober 1905, der mit erfreulicher Frische redigierten zionistischen Monatsschrift für die reifere Jugend, die sich insbesondere an die altere Gymnasialjugend wendet, lässt unser Mitarbeiter Herr Siegmund Leicht-Graz den „Ruf zum Turnen" ertönen. In dem kurzen aber flott geschriebenen Artikel weist er darauf hin, wie sehr der an Zimmer und Schulbank gefesselte höhere Schüler des ausgleichenden Turnens bedürfe, dass er es aber um so nötiger habe, wenn er Jude ist. Der Aufsatz berührt dann die Notwendigkeit jüdischer Turnvereine, die Vorzüge des Turnens gegenüber einem einseitigen Sport und schliesst mit den Worten: In aller Eindringlichkeit tritt heute mehr als je an die jüdische Jugend die ernste Mahnung heran: werdet ein gesundes und starkes Geschlecht! Stählt eure jugendlichen Glieder in physischer Arbeit, im Turnsaal und im Freien, wo immer es gilt, den Menschen z" kräftigen. Werdet flink, gelenkig, muskelstark und mutvoll, wie eure Vorfahren einst es waren! Denn, das jüdische Volk braucht Männer, Männer: stark, stolz und frei! Statutisches Jahrbuch deutscher Juden, Siebzehnter Jahrg., 1905- Herausgegeben im Auftrage des deutsch-israelitischen Gemeindebundes vom Bureau für Statistik der Juden, Berlin-Halensee, Westfälischestr. 46. Die Erwartungen, die an diesen Jahrgang gestellt wurden, waren