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Jüdische Turnzeitung · 1905-10-01 · 10 (10.1905) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
6 (1905)
Issue
10 (10.1905)
Date
1905-10-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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No. iO 195 der Buchheide. Unterwegs wurden Wettrennen, Staffettenlaufen etc. veranstaltet; der Verlauf des Ausfluges war zur vollen Zufriedenheit aller Teilnehmer. Herr Scholem-Berlin hielt in einer öffentlichen Versammlung einen Agitationsvortrag. Ausführlicher Bericht folgt. Fritz Michel. Jüdischer Turn-Verein zu Köln. Bericht Uber das Sommerhalbjahr. Die Tätigkeit des Vereins war auch in diesem Sommerhalbjahr eine sehr rege. Die neugegründete Damenabteilung turnte sehr eifrig, die Abende zeigten einen durchschnittlichen Besuch von mehr als 20 Damen, d. i. ca. 60 pCt. Auch das Spielturnen erfreute sich grosser Beliebtheit. Jeden Sonntag Morgen kamen 10 bis 15 Herren auf dem Exerzierplatz vor dem Krefelder Tor zusammen und spielten von 7 bis 9 oder auch schon mal bis 10 Uhr hauptsächlich Schleuderball, Faustball und Barlauf. Auch Steinstossen und Laufen wurde geübt. Die Beteiligung an dieser schönsten und gesündesten Art des Turnens müsste aber noch viel lebhafter sein. Am Mittwoch, den 6. Juni, hielt Herr Dr. Bodenheimer vor ca. 50 Mitgliedern einen Vortrag über die Bedeutung des Schekels. Am 22. Juni fand ein Ausflug mit Damen nach Bockenberg statt, der leider total verknete. Immerhin gelang es am Abend noch, die Mitglieder in Bensberg zu einer gemütlichen Kneipe zu vereinigen. Am 9. Juli fand ein volkstümliches Wettturnen des Vereins unter zahlreicher Beteiligung statt. Der Wettkampf umfasste Laufen über 100 Meter, Weltspringen und Steinstossen. Die Herren Heinrich Meyer, Arthur Schmuckler und Frank erreichten die höchste Punktzahl und wurden in der anschliessenden Kneipe durch Überreichung je eines Kranzes geehrt. Am 27. August fand eine Tages- 'urnfahrt nach der Sengebachtalsperre und der Müngstener Brücke statt. Zwar beteiligten sich ausser dem Vorsitzenden und dem Turnwart nur n°ch 8 Mitglieder an der Fahrt, die Stimmung war aber und blieb von Anfang an durchaus auf der Höhe. Die Teilnehmer zogen von Schlebusch aus durch herrlichen Wald an Altenberg und seinem berühmten Dom verbei durch das wunderbare Eifgenbachtal. In Hilgen war gerade Turnfest, die von uns auf der Strasse improvisierte Pyramide fiel leider im entscheidenden Augenblicke um. Das tat der guten Laune keinen Abbruch. Nach anstrengendem Marsch kamen wir gegen Mittag zur Sengebachtalsperre, der grössten Sperre im bergischen Land. Von dort ging's nach ßurg, der Heimat der Burger Bretzeln. Wie uns aus zuverlässiger Quelle beichtet wurde, ist nach unserm Abmarsch in diesem mit Lebensmitteln So gesegneten Ort eine Hungersnot ausgebrochen. Wir kletterten zum Schloss Burg hinauf und nach dessen Besichtigung zur Müngstener Brücke wieder herunter. Den von einigen Nimmermüden beabsichtigten Weitermarsch nach Remscheid verhinderte der einsetzende Regen. Die Ereignisse der Rückfahrt, Insbesondere die allgemein bewunderte Virtuosität unseres Turnwarts auf der Drehorgel, die uns viel Spass und einem armen Mann einige Taler einbrachte, wage ich nicht zu erzählen, sie sind zu zarter Natur, als dass sie das rohe Licht der Öffentlichkeit vertragen könnten. Am ± September fand eine ausserordentliche General-Versammlung statt, j" der an Stelle der ausscheidenden Vorstandsmitglieder Löwendahl und oerkowicz die Damen Berger und Schmuckler und für den bisherigen ^eugvvart Herrn Kratz, der verzogen ist. Herr Düring gewählt wurden.

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